Fischplage

Fischer zieht Zwei-Meter-Wels aus Sempachersee

Robert Steinegger, 17. Juli 2020, 10:06 Uhr
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Quelle: Tele 1

Kürzlich hat ein Luzerner einen knapp zwei Meter grossen Wels aus dem Sempachersee gezogen. Bereits seit fünf Jahren tummeln sich zu viele Süsswasserwelse in dem See. Für die einheimische Fischvielfalt stellt das eine ernsthafte Bedrohung dar.

50 Kilogramm brachte sein Fang auf die Waage, erzählt der Hobby-Fischer Patrick Steiner. Er zog den riesigen Wels gemeinsam mit einem Kollegen am letzten Donnerstagabend nur 40 Meter vom Ufer, aus dem Wasser des Sempachersees.

Steiner freut sich über seinen Fang, denn damit leiste er einen Beitrag, dass sich die standortfremde Art nicht zu stark im Sempachersee ausbreitet, sagt der Neuenkircher.

Welsplage schon lange ein Thema

Die Zahl der Welse hat zuletzt 2016 für öffentliche Diskussionen gesorgt. Bereits damals warnte der Fischerverein Sempachersee, dass sich der Raubfisch immer stärker ausbreite. «In den letzten fünf Jahren haben die Zahlen der Wels-Fänge zugenommen», erklärt der Bereichsleiter für Jagd und Fischerei Kanton Luzern, Philipp Amrein.

Patrick Steiner und sein Riesen-Wels.
© PD

Das Bundesgesetz für Fischerei schreibe den Kantonen vor, dass sie alles dagegen unternehmen müssen, um die Ausbreitung des fremden Fisches zu verhindern. Diesbezüglich dürfen Exemplare, welche aus dem See gefischt werden, nicht wiedereingesetzt werden.

Fangstatistiken von Berufs -und Sportfischern zeigen jedoch bereits auf, dass pro Jahr durchschnittlich über eine Tonne, was etwa an 45 Welsen entspricht, aus dem Sempachersee gefischt werden. Wie der Wels aber in den Sempachersee gelangt ist, kann sich Amrein nur durch eine illegale Einsetzung erklären. Über natürliche Weise gelange der Fisch nicht in den See.

«Patrick Steiner hat alles richtig gemacht», so Amrein. «Ich gratuliere ihm zu seinem Erfolg. Petri Heil!»

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 16. Juli 2020 19:27
aktualisiert: 17. Juli 2020 10:06