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Deutschland wählt

Die Würfel sind gefallen: SPD siegt knapp vor Union

27. September 2021, 06:37 Uhr
In Deutschland fand am Sonntag die mit Spannung erwartete Bundestagswahl statt. Die Parlamentswahl besiegelt das Ende der Ära von Kanzlerin Angela Merkel (CDU), die nach fast 16 Jahren Amtszeit nicht mehr kandidiert. Die neusten Informationen gibt es in unserem Ticker.
Baerbock, Scholz oder Laschet - wer zieht nach Berlin?
© Keystone

Dies sind die Kandidaten, die in den Umfragen die Nase vorn hatten:

Armin Laschet (CDU, 60)

Der Rheinländer ist Regierungschef des bevölkerungsreichsten deutschen Bundeslandes, Nordrhein-Westfalen. Nun will er von der Düsseldorfer Staatskanzlei ins Berliner Kanzleramt einziehen und in die Fussstapfen seiner Parteifreundin Angela Merkel treten. Der Weg zur Spitzenkandidatur war holprig. Anfang des Jahres wurde er mit knappem Vorsprung vor seinem Rivalen Friedrich Merz zum neuen CDU-Parteichef gewählt. Danach hatte er grosse Mühe, sich gegen den Vorsitzenden der kleineren Schwesterpartei CSU, Markus Söder, als gemeinsamer Kanzlerkandidat von CDU und CSU durchzusetzen. Im Wahlkampf versuchte Laschet, mit seiner Regierungserfahrung zu punkten. Allerdings gab er bei seinen öffentlichen Auftritten nicht immer ein gutes Bild ab, und seine persönlichen Zustimmungswerte blieben mässig. Kritiker warfen ihm auch vor, als Spitzenkandidat zu wenig Position zu beziehen.

Olaf Scholz (SPD, 63)

Als Bundesfinanzminister hatte Olaf Scholz den wohl wichtigsten Job in der scheidenden Regierung Merkel. Schliesslich galt es, in der Coronakrise Milliarden-Hilfen zu bewegen. Nun möchte der bisherige Vizekanzler selber Bundeskanzler werden. Regierungserfahrung hatte er schon als Erster Bürgermeister seiner Heimatstadt Hamburg und als Bundesarbeitsminister erworben. Seiner Partei diente er von 2002 bis 2004 als Generalsekretär. Dies war die Zeit, in der er sich den Spitznamen «Scholzomat» einhandelte - da er häufig Floskeln bemühte, anstatt sich konkret inhaltlich zu äussern. 2019 bewarb Scholz sich erfolglos um den Parteivorsitz. Als Kanzlerkandidat aber war er für die Genossen erste Wahl. Politische Gegner werfen ihm vor, als Bürgermeister in den Cum-Ex-Skandal um undurchsichtige Aktiengeschäfte verstrickt gewesen zu sein, was er zurückweist. In seine Ministerzeit fiel der milliardenschwere Zusammenbruch des Finanzdienstleisters Wirecard, bei dem die Scholz unterstellte Finanzaufsichtsbehörde Bafin versagte.

Annalena Baerbock (Grüne, 40)

Es ist das erste Mal in ihrer über 40-jährigen Geschichte, dass die deutschen Grünen Anspruch auf das Kanzleramt erheben. Im Frühsommer wurde die Co-Vorsitzende Annalena Baerbock offiziell zur Kanzlerkandidatin gekürt. Die Parteiführung hatte sie Anfang 2018 gemeinsam mit Robert Habeck übernommen. Regierungserfahrung hat Baerbock bisher keine. Seit 2013 sitzt sie für die Ökopartei im Bundestag. Im Falle eines Wahlsieges würde die Mutter von zwei Töchtern die mit Abstand jüngste Regierungschefin in der Geschichte des Landes. Nach einem Höhenflug in den Umfragen im April bröckelte die Zustimmung in der Wählergunst aber wieder. Dazu trugen die Negativschlagzeilen bei, die Baerbock machte, unter anderem wegen Unstimmigkeiten in ihrem offiziellen Lebenslauf. Politisch steht Baerbock für einen schnelleren Ausstieg aus der Kohleverstromung, einen verstärkten Ausbau der erneuerbaren Energien und eine «aktive Einwanderungspolitik».

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Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 26. September 2021 10:45
aktualisiert: 27. September 2021 06:37