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Brasilien

Lula bekommt Corona-Impfung und fordert Impfstoff für Brasilianer

14. März 2021, 15:58 Uhr
Der ehemalige brasilianische Staatspräsident Luiz Inácio Lula da Silva ist gegen das Coronavirus geimpft worden und hat Impfstoff für die brasilianische Bevölkerung gefordert.
Luiz Inacio Lula da Silva, ehemaliger Präsident von Brasilien, krempelt sich den Ärmel hoch, um an einem Impf-Drive-Thru mit dem Coronaimpfstoff des chinesischen Unternehmens Sinovac geimpft zu werden. Foto: Andre Penner/AP/dpa
© Keystone/AP/Andre Penner

«Alles, was die Menschen wollen, ist ein Impfstoff, um dieses Monster namens Coronavirus loszuwerden», sagte Lula in einem Video in sozialen Netzwerken am Samstag, in dem er auch die Regierung von Präsident Jair Bolsonaro kritisierte. «Der Präsident muss aufhören, ignorant zu sein. Sie müssen lernen, die Gefühle des brasilianischen Volkes zu respektieren und Impfstoff für alle sicherzustellen.»

Brasilien, das im Januar mit Impfungen begann, ist eines der am stärksten von der Pandemie betroffenen Länder. 11 439 558 Menschen haben sich nachweislich mit dem Coronavirus infiziert, 277 102 Patienten sind im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben. Nach der Amazonas-Metropole Manaus im Januar ist das Gesundheitssystem nun an mehreren Orten gleichzeitig zusammengebrochen oder steht vor dem Zusammenbruch, etwa auch im Südosten und im Süden mit ihrer , stärkeren Infrastruktur. Die Nachrichten von Städten, in denen die Auslastung der Intensivbetten 100 Prozent erreicht hat oder Hunderte Patienten auf ein Intensivbett warten, häufen sich.

Präsident Jair Bolsonaro, der das Coronavirus von Anfang an verharmlost hatte und mittlerweile auch den Sinn einer Impfung in Zweifel zieht, lehnt Einschränkungen aus wirtschaftlichen Gründen weiter ab. Angesicht der Rückkehr Lulas auf die politische Bühne nach der Aufhebung der Urteile gegen den populären linken Politiker durch einen Richter des Obersten Gerichtshofs hat der Rechtspopulist seinen Ton im Hinblick auf Impfungen jedoch abgemildert. Dem Nachrichtenportal «G1» zufolge sehen Berater Bolsonaros nicht die Rückkehr Lulas, sondern das Fehlen von Impfdosen als die grösste Bedrohung für den Präsidenten.

Quelle: sda
veröffentlicht: 14. März 2021 15:58
aktualisiert: 14. März 2021 15:58