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Türkei

Medien: Dutzende Festnahmen in der Türkei am 1. Mai

1. Mai 2021, 16:15 Uhr
Türkische Behörden haben Medienberichten zufolge Dutzende Demonstranten am 1. Mai festgenommen. Diese waren trotz eines landesweiten Lockdowns auf die Strassen gegangen.
Polizisten nehmen Demonstrantinnen fest, nachdem diese versucht haben, während eines Protests durch eine Polizeiabsperrung zum Taksim-Platz im Stadtzentrum zu gelangen. Foto: Emrah Gurel/AP/dpa
© Keystone/AP/Emrah Gurel

Wie «Cumhuriyet» und andere Zeitungen berichteten, riegelte die Polizei in der Metropole Istanbul Strassen, die zum zentralen Taksim-Platz führen, mit gepanzerten Fahrzeugen ab. Als Demonstranten dennoch versuchten, zum Platz zu marschieren, sei es zu Zusammenstössen mit der Polizei gekommen. Rund 100 Menschen seien festgenommen worden, berichtete das Blatt. Die regierungskritische Anwaltsvereinigung CHD sprach von mehr als 230 Festnahmen in Istanbul.

Nach Angabe der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu hatte die Polizei zuvor Gewerkschaftsvertretern und Oppositionspolitikern gestattet, mit Masken und Transparenten am Taksim-Platz zusammenzukommen, Erklärungen abzugeben und begleitet von einer starken Polizeipräsenz einen Kranz niederzulegen. Der Platz hat für die 1.-Mai-Feierlichkeiten in der Türkei eine besondere Bedeutung. Im Jahr 1977 eröffneten dort Heckenschützen am 1. Mai das Feuer auf eine Demonstration mit rund 500 000 Teilnehmern. Mindestens 34 Menschen starben. Bis heute ist unklar, wer die Täter waren.

In Ankara und anderen Städten habe die Polizei einige Journalisten daran gehindert, Proteste zu filmen, berichtete der Fernsehsender Yol TV und die Dachorganisation linker Arbeitergewerkschaften Disk auf Twitter. Zur Eindämmung der hohen Corona-Fallzahlen hatte in der Türkei am Donnerstag ein landesweiter Lockdown begonnen. Die Menschen dürfen bis zum 17. Mai nur noch aus triftigen Gründen wie etwa zum Einkaufen auf die Strasse.

Quelle: sda
veröffentlicht: 1. Mai 2021 16:15
aktualisiert: 1. Mai 2021 16:15