Es droht lebenslänglich

Ukraine kündigt ersten Prozess gegen russischen Soldaten an

12. Mai 2022, 05:58 Uhr
Die ukrainische Generalstaatsanwaltschaft hat am Mittwoch den ersten Prozess wegen Kriegsverbrechen gegen einen russischen Soldaten angekündigt. Laut einer Mitteilung wird ein 21-jähriger Russe beschuldigt, aus dem Fenster eines gestohlenen Autos heraus einen Zivilisten getötet zu haben, der Zeuge des Diebstahls war.
Nicht nur in Butscha soll es massive Kriegsverbrechen gegeben haben. Ein russischer Soldat kommt nun wegen eines Mords in der Nordukraine vor Gericht. (Foto: Maximilian Clarke/SOPA Images via ZUMA Press Wire/dpa)
© Keystone/SOPA Images via ZUMA Press Wire/Maximilian Clarke

Zusammen mit vier Kameraden wollte ein russischer Soldat nach einem Angriff auf seinen Konvoi im nordukrainischen Dorf Tschupachiwka in einem von ihm gestohlenen Auto fliehen. Ein 62-jähriger ukrainischer Zivilist war mit seinem Fahrrad allerdings unweit des Geschehens unterwegs und beobachtete den Diebstahl. Er hatte laut ukrainischen Angaben keine Waffe.

So schildert es die ukrainische Staatsanwaltschaft. Ihr zufolge schoss der Verdächtige auf Befehl eines anderen russischen Armeeangehörigen auf den 62-Jährigen. Dem russischen Soldaten, der sich in ukrainischer Gefangenschaft befindet, droht eine lebenslange Haftstrafe wegen Kriegsverbrechen und Mord.

Die Staatsanwaltschaft veröffentlichte ein unscharfes Foto des Verdächtigen. Sie machte keine Angaben zu den Umständen der Gefangennahme sowie dem Schicksal der anderen vier russischen Soldaten.

Quelle: Today-Zentralredaktion
veröffentlicht: 12. Mai 2022 05:58
aktualisiert: 12. Mai 2022 05:58
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