Absturz in der Ostsee

Video zeigt, wie Unglücks-Cessna von Kampfjet begleitet wird

6. September 2022, 17:21 Uhr
Die Suche nach dem Wrack der am Sonntagabend in die Ostsee gestürzten Cessna geht weiter. Das Schicksal der Insassen bleibt weiter ungewiss. Am Montagabend entdecken lettische Rettungskräfte menschliche Leichenteile in der Ostsee. Sie wurden zur rechtsmedizinischen Untersuchung nach Lettland gebracht.

Quelle: Facebook / Cykelgrafen

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Ein auf Facebook veröffentliches Video soll derweil die Unglücksmaschine zeigen, die von einem Kampfjet der deutschen Luftwaffe begleitet wird. Die lettischen Einsatzkräfte suchen weiter nach den vermissten Insassen. Nachdem bereits mehrere Wrackteile und Trümmer der verunglückten Maschine aus dem Meer geborgen wurden, fanden die Retter nun auch menschliche Körperteile nahe der Absturzstelle.

Die Überreste seien der Kriminalpolizei zur weiteren Ermittlung übergeben worden, sagte die Sprecherin der lettischen Marine, Liva Veita, am Dienstag der Nachrichtenagentur Leta. Auch der Chef des lettischen Seerettungskoordinationszentrums, Peteris Subbota, bestätigte den Fund, der am Montagabend vor Einbruch der Dunkelheit erfolgt sei.

Von Spanien nach Köln

Das Privatflugzeug war am Sonntag auf dem Weg von Spanien nach Köln bis über die Ostsee geflogen. Dort stürzte es am Abend vor der Küste westlich der lettischen Hafenstadt Ventspils ins Meer. Die Kommunikation mit der Cessna 551 mit vier Menschen an Bord sei vor dem Unfall für lange Zeit unterbrochen gewesen. Die Identität der Passagiere wurde noch nicht offiziell bestätigt.

Die Anlagentechnik-Firma Griesemann aus Wesseling nahe der westdeutschen Stadt Köln hatte mitgeteilt, dass es sich bei den vier Vermissten um den Unternehmensgründer Peter Griesemann sowie zwei Familienmitglieder und eine weitere Person handele.

Zur Suche auf See werden Schiffe der lettischen Marine und des Grenzschutzes eingesetzt. Am Dienstag begannen die Rettungskräfte mit Hilfe von Drohnen und Spezialausrüstung auch unter Wasser zu suchen. Die Arbeiten sollen in den kommenden Tagen fortgesetzt werden, sagte Subbota.

Keine Blackbox?

Nach seinen Angaben verfügt das Flugzeug, das auf eine der Griesemann-Familie gehörende Luftfahrtfirma zugelassen war, möglicherweise nicht über eine Blackbox. Dies könnte die Ermittlung der bislang nicht geklärten Absturzursache erschweren.

Griesemann ist ein Mittelständler, der nach eigenen Angaben mehr als 1600 Beschäftigte in Deutschland, Österreich und den Niederlanden hat und der unter anderem im Blitzschutz tätig ist. Der jetzige Firmenchef ist der Sohn des Gründers, der 2015 in den Ruhestand getreten war.

(osc)

Quelle: Facebook / Cykelgrafen
veröffentlicht: 6. September 2022 16:34
aktualisiert: 6. September 2022 17:21