True Crime

Wenn das Ferien-Paradies zum Albtraum wird

01.07.2023, 13:38 Uhr
· Online seit 25.06.2023, 17:32 Uhr
Der Sommer hat begonnen und die ersten verziehen sich bereits in den Urlaub. Aber nicht jede vermeintliche Traumdestination entpuppt sich auch als solche. In manchen Wäldern lauert Gefahr und an manchen Stränden der Tod.
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Vergewaltigung, Mord und mysteriöse Verschwinden – diese fünf Orte sind nicht so paradiesisch, wie sie zunächst scheinen.

Koh Tao – Die Todesinsel

Die thailändische Touristendestination lockt mit kristallklarem Wasser und belebten Beach Bars. 2014 erhielt die paradiesische Insel jedoch den Beinamen «Die Todesinsel», nachdem eine Britin und ein Brite brutal ermordet aufgefunden wurden. Die junge Frau wurde zudem vergewaltigt. Bis heute konnte nicht abschliessend geklärt werden, wer für den Mord verantwortlich ist. Zwar wurden zwei junge Burmesen festgenommen. Es ist jedoch fraglich, ob diese wirklich die Mörder sind.

Im Zusammenhang mit diesem Mordfall sagte der damalige Premierminister von Thailand Prayuth Chan-ocha: «Sie denken unser Land ist schön und sicher und sie können machen, was sie wollen und solche Bikinis tragen. Ich frage, werden sie sicher sein, wenn sie Bikinis in Thailand tragen? Nur, wenn sie nicht schön sind.» Später zog er dieses Aussage zurück und entschuldigte sich. Er hätte nur gemeint, Touristen sollen vorsichtig sein.

Weitere Todesfälle auf gleicher Insel

Tatsächlich ist der Doppelmord aber nicht der einzige sonderbare Todesfall auf Koh Tao. So wurde 2015 ein französischer Tourist erhängt und tot aufgefunden. Die Hände waren hinter dem Rücken gefesselt. Die Polizei stufte den Vorfall als Suizid ein. 2016 wurde eine Britin tot aufgefunden. Laut Polizei starb sie an einer Mischung aus Alkohol und Antibiotika. 2017 verschwand eine russische Touristin und 2018 ein moldauischer Tourist. Beide sind ertrunken, wobei die Polizei in beiden Fällen keine Fremdeinwirkung vermutet.

Die thailändische Regierung gab zu, dass es auf der Insel Mafia-Clans gab, die Touristen ausgenutzt hätten. Mittlerweile sei man sie losgeworden. Letzterer Aussage widersprechen die Inselbewohner aber.

Verschwunden auf dem El Pianista-Trail

Den Regenwald erkunden auf dem El Pianista-Trail in Panama. Die Halbtages-Wanderung führt von einem Restaurant am Rande von Boquete bis zu einem Aussichtspunkt (El Mirador Del Pianista). Der Weg ist schlecht ausgeschildert. Es ist einfach, sich auf dem Weg zu verlaufen, weswegen nicht empfohlen wird, die Wanderung ohne Führung anzugehen.

2014 verschwanden auf dem Weg zwei holländische Touristen. Leichenteile der beiden jungen Frauen wurden Monate später im Regenwald aufgefunden. Während die Behörden von einem Unfall ausgehen, vermuten die Privatdetektive der beiden Familien der Verstorbenen eine Fremdeinwirkung.

In der Gegend verschwinden immer wieder Frauen und Mädchen. Es gibt über 50 Vermisstenfälle in der Gegend. Die Femizidrate ist sehr hoch und es gibt Hinweise auf Organ- und Menschenhandel.

Tod im Death Valley

Ein Ort, der seinen Namen redlich verdient, ist das Death Valley in Kalifornien. Immer wieder verschwinden Leute in der Wüste und tauchen nicht wieder auf. Im Falle einer deutschen Familie, die 1996 im Death Valley verschwand, fand man erst 13 Jahre später die Überreste der Eltern. Von den beiden Kinder fehlt bis heute jede Spur. Es konnte nicht abschliessend geklärt werden, was genau passiert ist.

2021 verschwand ein amerikanischer Veteran. Gefunden hat man nur sein Auto. Zurückgelassene oder kaputte Autos sind keine Seltenheit im Death Valley. Nicht immer bedeuten sie aber, dass jemand verschwunden ist.

In den meisten Todesfällen wird von einem Unfall ausgegangen, jedoch gab es auch mehr als einen Mordfall. So zum Beispiel im Januar dieses Jahres: Ein Mann tötete zunächst seine Frau, informierte dann die Behörden und tötete sich danach selber.

North Sentinel Insel – Die verbotene Insel

Die Insel gehört zu den Andamanen und liegt im indischen Ozean. So paradiesisch wie seine Nachbarn ist die North Sentinel Insel aber nicht – und für Urlaub geeignet ist sie erst recht nicht. Die Insel ist nur von Sentinelesen bewohnt, die jeglichen Kontakt zur Aussenwelt ablehnen. Jegliche Annäherungsversuche scheiterten. Besonders nachdem im 19. Jahrhundert der britische Kolonialbeamte Maurice Vidal Portmann sechs Sentinelesen verschleppte. Von diesen kehrten nur vier wieder auf die Insel zurück, da Zwei erkrankten und starben. 1996 hat die indische Regierung die Insel zum Sperrgebiet erklärt.

Die Insel gilt als eine der gefährlichsten der Welt. Begegnungen zwischen Inselbewohnern und Menschen von ausserhalb enden oft tödlich. So auch im Fall eines 26-jährigen Missionars aus den USA. Der ignorierte 2018 das Verbot und wurde von den Sentinelesen von Pfeilen durchbohrt, noch bevor er die Insel überhaupt betreten konnte.

Gang-Kriminalität in Honduras

Honduras weist eine der höchsten Mordraten der Welt auf. Nach Zahlen des «United States Institute of Peace» wurden 2022 auf 100'000 Leute gerechnet 36 Morde begangen. Bei einer Einwohnerzahl von 10,28 Millionen ergibt das knapp 3'700 Morde für das Jahr 2022. Die hohe Kriminalität hat mit den Gangs zu tun. Zivilisten landen oft ins Kreuzfeuer der rivalisierenden Gangs und in deren Kampf um Macht und Land.

So zum Beispiel eine Honduranerin, deren Schwester von einer Gang ermordet wurde. Als sie von der Beerdigung nach Hause kam, fand sie einen handgeschriebenen Zettel an der Tür mit einer Drohung: Wenn sie und ihre Familie nicht gehen, würden sie als nächstes sterben.

Fälle wie diesen gibt es viele. Zwischen 2004 und 2018 wurden rund 247'000 Honduranerinnen und Honduraner durch Gewalt oder Androhung von Gewalt vertrieben – das entspricht 2,4 Prozent der Gesamtbevölkerung.

veröffentlicht: 25. Juni 2023 17:32
aktualisiert: 1. Juli 2023 13:38
Quelle: PilatusToday

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