Wirtschaft

Otto’s gewinnt letzte Schlacht im Namensstreit mit deutscher Otto Group

27. November 2020, 13:20 Uhr
Otto's-Chef Mark Ineichen kann sich freuen: Er konnte den jahrelangen Namensstreit für sich entscheiden.
© Nadia Schärli
Das Bundesgericht hat eine Beschwerde der Otto Group abgewiesen. Die Deutschen dürfen hierzulande definitiv keinen eigenen Online-Shop lancieren. Damit geht ein jahrelanger Rechtsstreit zu Ende.

Es war eine lange und harte Auseinandersetzung: Auf der einen Seite der bekannte Schweizer Discounter mit gesamtschweizerisch rund 100 Filialen und über 2'000 Mitarbeitenden, auf der anderen Seite ein weltweit tätiges Handels- und Dienstleistungsunternehmen mit rund 50'000 Mitarbeitenden. In dem seit Jahren dauernden Namensstreit konnte sich Otto's aus Sursee nun aber gegen die deutsche Otto Group durchsetzen.

Das Bundesgericht entschied in einem am Freitag veröffentlichten Urteil, eine Beschwerde der Deutschen gegen ein Urteil des Kantonsgerichts Luzern abzuweisen. Dieses hatte im April dieses Jahres der Otto Group verboten, als Versandhändlerin in der Schweiz unter dem Namen «Otto» oder «Otto-Versand» aufzutreten, sowie einen entsprechenden Domainnamen zu registrieren.

Dagegen hatten die Deutschen beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht. Doch: Die Beschwerdeführer hätten keine relevanten Umstände vorbringen können, welche die von der Vorinstanz als evident bezeichnete Verwechslungsgefahr umzustossen vermöchten, befanden nun die Lausanner Richter. Damit ist der Fall definitiv abgeschlossen.

Eine herbe Niederlage für den Giganten

Für die deutsche Otto Group und ihre Tochterfirma Unito ist das eine herbe Niederlage. Eigentlich wollten diese im Sommer 2019 einen erneuten Anlauf mit ihrem Online-Shop in der Schweiz nehmen. Was dann aber wieder verschoben wurde: «Wir können in der Schweiz frühestens 2020, eher aber 2021 starten», sagte Harald Gutschi, Geschäftsführer der Unito, damals gegenüber der «Handelszeitung». Und weiter: «Bevor wir starten können, muss die Rechtslage geklärt sein.» Diese ist nun geklärt.

Auf Nachfrage teilt Unito mit, das Urteil selbstverständlich zu akzeptieren. «Wir werden demnach nicht mit unserer Marke Otto in der Schweiz mit einer .ch-Domain starten. Wir wollten ein attraktives, breites, tiefes, preisgünstiges Living- und Textil-Sortimentsangebot in den Schweizer Markt bringen. Das geht jetzt so leider nicht», schreibt ein Sprecher. (c.g.)

Quelle: CH Media
veröffentlicht: 27. November 2020 13:20
aktualisiert: 27. November 2020 13:20