Black Friday

«200 bis 300 Franken konnte ich sicher sparen»

27. November 2020, 19:54 Uhr
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Quelle: PilatusToday

Der «Black Friday» lockte auch im Coronajahr einige Schnäppchenjäger in die Läden. Einige von ihnen liessen uns in ihre Taschen schauen. Die Jugendberatung warnt vor der Konsumveranstaltung, nicht nur wegen finanzieller Folgen.

Es war mehr los als sonst im Emmen Center. Gegen 11 Uhr staut es sich bereits im Parkhaus. Ich muss mir einen Parkplatz weit weg vom Eingang suchen, werde aber fündig. Der ganz grosse Ansturm bleibt in diesem Jahr aus. Im Einkaufszentrum tummeln sich dennoch vor allem jüngere Schnäppchenjäger. 

Das Emmen Center am Black Friday: Gut besucht aber ohne Ansturm.

© PilatusToday

Unter ihnen die Brüder Mirzad und Zizu. Sie sind extra aus Basel angereist, wollen später noch in der Mall of Switzerland vorbeischauen. «Ich kaufe schon seit vier Jahren am Black Friday ein», sagt Zizu, der heute extra freigenommen hat.

Gelohnt hat sich der Einkauf auch für Vinko aus Luzern, der uns seine Hose von Lacoste zeigt. «200 bis 300 Franken konnte ich heute sicher sparen», sagt Vinko. Auch er hat heute frei genommen. Ein weiterer Einkäufer, der nicht gefilmt werden möchte, regt sich über die Black Friday Aktion von Manor auf. 30 Prozent Rabatt – wenn man eine Manor Kundenkarte vorweisen kann. «Ich kenne keinen, der eine solche Karte hat», sagt der Mann.

Im Parkhaus musste man sich mit den hinteren Plätzen begnügen. 

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Sich wegen Black Friday wie ein Loser fühlen

Es sind vor allem Junge, die am Black Friday den Weg ins Emmen Center finden. Im Internet dürften nochmals deutlich mehr Schnäppchenjäger unterwegs sein. Wir wollten wissen, wie sich ein solcher Konsumtag auf die Finanzen von jungen Menschen auswirkt und sprachen mit André Widmer von der Zuger Beratungsstelle Triangel.

Er sieht den «schwarzen Freitag» kritisch. «Die Botschaft ‹so günstig wie heute wird es nie mehr› zielt genau auf die Menschen ab, die sowieso tiefere finanzielle Mittel haben», sagt der Stellenleiter und Schuldenberater. Er macht aber auch auf ein weiteres Problem des Kaufrauschs aufmerksam. Black Friday fördere die Ausgrenzung von Menschen mit tieferem Einkommen. «Wenn die Kollegen fragen ‹und, was hast du dir am Black Friday gegönnt?›, dann erzeugt das in unserer Konsumgesellschaft Druck.» Wer nicht mitmacht oder mitmachen kann, wird zum «Loser».

Der Schuldenberater schwört auf Bargeld

André Widmers Rat an die Menschen: Mit Geld bezahlen, Bargeld. «Wenn man das Geld beim Ausgeben in der Hand hält, ist die eigene Schwelle höher.» Auch sollte man beim Shoppen nur das eigene Geld ausgeben. Der Schuldenberater rät: «Vermeiden Sie Bezahlung per Rechnung und kaufen Sie nicht auf Raten.» So bleibt auch am Tag nach Black Friday das eigene Konto in den schwarzen Zahlen.

Wie die Rabattschlacht für Läden überhaupt rentabel sein kann, erfährst du hier.

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(tma)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 27. November 2020 17:09
aktualisiert: 27. November 2020 19:54