Reaktionen zu Massnahmen

Bürgerliche können «ihren» Erfolg feiern

Mario Trlaja, 4. Dezember 2020, 18:42 Uhr
Monika Rüegger äusserte sich an der bürgerlichen Pressekonferenz zur aktuellen Lage in den Skigebieten.
© Anthony Anex / Keystone
Die Skipisten bleiben an Weihnachten und Neujahr offen, einzig die Beizen und Gondeln werden leerer. Die Bergkantone dürfen aufatmen. So auch Monika Rüegger. Die Obwaldner SVP-Nationalrätin begrüsst, dass die Schweiz nicht der EU folgt. Für SP-Nationalrätin Prisca Birrer-Heimo hätten die Massnahmen weiter gehen dürfen.

Für Monika Rüegger war der Entscheid des Bundesrats ein Bekenntnis zum Schweizer Weg. «Gut lassen wir uns kein EU-Diktat aufzwingen», so die SVP-Nationalrätin gegenüber PilatusToday. Die Skigebiete in den Bergkantonen hätten alles dafür getan, sichere Schutzkonzepte einzuführen und sollten dafür nicht mit Schliessungen bestraft werden.

Gondel vs. Zug

Monika Rüegger war eine der bürgerlichen Politiker, die den Bundesrat am Mittwoch öffentlich aufforderten, die Skigebiete offen zu lassen. Für SP-Nationalrätin Prisca Birrer-Heimo ist es dennoch kein Sieg der bürgerlichen Kommission. Es sei «ein Witz und Aufmerksamkeitshascherei», wenn eine Kommission aus dem Nationalrat mitbestimmen wolle, wie viele Menschen sich in Gondeln und Bahnen aufhalten sollen.

Es ist genau dieser Punkt im Bundesratsentscheid, der Monika Rüegger sauer aufstösst. Es sei unverständlich, dass eine zehnminütige Fahrt in einer Berggondel mit offenem Fenster gefährlicher sei, als eine Zugfahrt.

«Im Zug von St. Gallen nach Bern verbringt man zwei Stunden, ohne zu lüften und hier gibt es keine Einschränkungen.» Eine Diskriminierung der Bergregionen, findet die Obwaldner Parlamentarierin. Es wird vermutet, dass Bundesrat Berset mit den Restriktionen in den Gondeln indirekt eine «Personenbeschränkung light» auf den Skipisten herbeiführen will. So sieht es auch Prisca Birrer-Heimo. Die Fläche sei in Gondeln einfach kleiner als in Zügen. Birrer-Heimo ist überzeugt, dass die Massnahmen vor allem indirekt die Anzahl Personen in den Skigebieten reduzieren werden.

Für Prisca Birrer-Heimo sind die Massnahmen das «Minimum» zur Bekämpfung der Pandemie. 

© Peter Klaunzer / Keystone

Reicht das «Minimum» aus?

Mit Weihnachten und Neujahr sei es aber nicht getan, sagt Monika Rüegger. Die Skigebiete möchten auch im Januar und Februar Gäste betreuen dürfen. Ob die momentanen Massnahmen ausreichen, um die Infektionsraten soweit zu senken, dass keine härteren Restriktionen im Januar nötig sind, weiss niemand. Prisca Birrer-Heimo nennt den «Schweizer Weg» das Minium zur Eindämmung des Virus. Das Wichtigste sei die Bekämpfung der Pandemie, sowohl in gesundheitlicher als auch in wirtschaftlicher Hinsicht. "Wir hatten im November so viele Tote wie im ganzen Frühling, das dürfen wir als Gesellschaft nicht hinnehmen.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 4. Dezember 2020 18:43
aktualisiert: 4. Dezember 2020 18:42