Mit Schutznetzen gegen Käfer

Der Zuger Wald wird frei von Pestiziden

9. April 2021, 18:15 Uhr
Player spielt im Picture-in-Picture Modus

Quelle: Tele 1

Im Zuger Wald werden künftig keine chemischen Holzschutzmittel mehr eingesetzt. Um gefälltes Holz dennoch vor gefrässigen Borkenkäfern zu schützen, lassen sich die Waldbesitzer so einiges einfallen.

Eigentlich ist es sowieso nur in Ausnahmefällen erlaubt, in Wäldern Pflanzenschutzmittel einzusetzen. Das ist so in der Bundesgesetzgebung geregelt. Von diesen Ausnahmen haben die Zuger Waldbesitzer in der Vergangenheit auch nur punktuell Gebrauch gemacht. Doch jetzt ist Schluss damit: Der Verband der Waldbesitzer «WaldZug» und das Amt für Wald und Wild haben sich darauf geeinigt, gar keine chemischen Holzschutzmittel mehr einzusetzen. Damit wird der Zuger Wald, so schreibt der Kanton in einer Mitteilung, endgültig frei von Pestiziden.

Allerdings muss man nun nach neuen Möglichkeiten suchen, wie man den gefrässigen Borkenkäfer aufhalten kann. Der tut sich nämlich gern an geschlagenem Holz gütlich, was zu einem Wertverlust des Holzes führt. Aktuell läuft daher in Oberägeri ein Versuch mit einer mechanischen Schutzmöglichkeit: Feine, unbehandelte Schutznetze sollen die Schädlinge von den Holzpoltern fernhalten.

Man sei sich bewusst, so die Waldbesitzer und der Kanton, dass die Suche nach wirkungsvollen Alternativen ein langwieriger Prozess sei. Doch man ist überzeugt, dass sich die Mühen lohnten. Zudem könnten sich dann andere Regionen an den Zuger Erfahrungen orientieren.

(red.)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 9. April 2021 15:33
aktualisiert: 9. April 2021 18:15