Bostadel

Erstmals in der Schweiz: Verwahrter scheidet mit Exit aus dem Leben

10.03.2023, 07:02 Uhr
· Online seit 08.03.2023, 17:44 Uhr
Bereits Ende Februar wurde der Insasse der Justizvollzugsanstalt Bostadel von der Sterbehilfeorganisation Exit in den Tod begleitet. Weitere Verwahrte seien in Kontakt mit der Organisation.
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Ein im Kanton Zürich verurteilter Gefängnisinsasse ist unter Begleitung der Sterbehilfeorganisation Exit freiwillig aus dem Leben geschieden. Die Direktion der Justiz und des Innern bestätigte am Mittwoch auf Anfrage eine Meldung der «WOZ - die Wochenzeitung» vom Donnerstag.

Gemäss eines Vorabdrucks des Artikels handelte es sich um einen Verwahrten, der in der Zuger Justizvollzugsanstalt Bostadel lebte. Es sei der erste Verwahrte der Schweiz, der begleitet Suizid beging. Der assistierte Suizid wurde demnach am 28. Februar ausserhalb des Gefängnisses durchgeführt.

Sterbehilfe kann nicht verweigert werden

Die Justizvollzugsanstalt Bostadel äusserte sich auf Anfrage nicht dazu. Die Direktion der Justiz und des Innern des Kantons Zürich bestätigte nur, dass es im Straf- und Massnahmenvollzug des Kantons Zürich einen assistierten Suizid gegeben habe. Nähere Angaben zum Inhaftierten machte sie aus daten- und persönlichkeitsrechtlichen Gründen nicht. Wie die «WOZ» berichtet, sollen noch drei weitere Verwahrte in Kontakt mit Exit sein.

Die Abteilung für Justizvollzug und Wiedereingliederung erklärte, dass das Recht jeder urteilsfähiger Person, die Art und den Zeitpunkt ihres Todes selbst zu wählen, auch für Inhaftierte gelte. Sterbehilfe könne nicht allein deswegen verweigert werden, nur weil es sich um eine Person im Straf- oder Massnahmenvollzug handle.

Für die korrekte und dem gesetzlichen Rahmen entsprechende Durchführung des Suizids sei die Sterbehilfeorganisation verantwortlich, teilten die Verantwortlichen mit. Der assistierte Suizid finde in aller Regel nicht in einer Vollzugseinrichtung statt.

Die JVA Bostadel befindet sich in Menzingen ZG und wird gemeinsam von den Kantonen Basel-Stadt und Zug betrieben. Derzeit befänden sich in ihr zehn Insassen in der Verwahrung, teilte sie auf Anfrage mit. (sda)

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veröffentlicht: 8. März 2023 17:44
aktualisiert: 10. März 2023 07:02
Quelle: ZüriToday

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