Weg zur Autoprüfung

Fahrlehrer: «Manchmal fühle ich mich wie ein Fussball-Trainer»

Sven Brun, 10. August 2022, 18:03 Uhr
Viele können sich noch genaustens an ihre Fahrstunden erinnern. Fahrlehrer Dani Koch aus Neuenkirch spricht mit uns über das Leben auf dem Beifahrersitz mit eingebautem Bremspedal.
Dani Koch ist Fahrlehrer aus Neuenkirch.
© Dani Koch

Viele von uns haben es bereits erlebt: Die Rede ist von der Autoprüfung. Während Monaten arbeitet man gezielt auf den finalen Tag hin. Das Ziel: Die erste «grosse» Prüfung im Leben zu bestehen. Einige werden sich die Bilder dieses speziellen Tages noch immer leibhaftig vorstellen können.

Nicht nur ein Prüfungstag, sondern bereits ganz viele davon erleben Fahrlehrerinnen und Fahrlehrer. Bei Dani Koch, Fahrlehrer aus Neuenkirch, ist die Vorfreude auf den Tag X bei jedem Mal wieder genauso gross. «Dann kann der Schüler endlich zeigen, was wir gemeinsam erlernt haben», sagt er. Komme dann das Wort «bestanden» aus dem Mund des Experten, bedeutet dies Koch sehr viel: «Das nimmt mich emotional schon mit.»

Dani Koch posiert vor seinen beiden VW-Fahrschulautos.

© Dani Koch

Er erinnert sich noch deutlich an seine eigene Prüfung. «Von meinen Schulabschlussprüfungen weiss ich nichts mehr von der Auto-Prüfung alles», lacht er und fügt an: «So richtig erwachsen gefühlt habe ich mich erst, als ich den Führerschein erhalten habe.»

Der grosse Stress vor der Prüfung

Der Druck vor der Prüfungsfahrt sei bei Koch gross gewesen. «Heute ist es sicherlich nicht weniger geworden», sagt er. Das Thema «Umgehen mit Druck» wird bei ihm deshalb auch bereits ab der ersten Fahrstunde grossgeschrieben. Vor allem auch bei Schülerinnen und Schüler, die zusätzlich vom Umfeld mit der Erwartung einer raschen Ausbildung «gestresst» werden. «Hier versuche ich zu helfen und die Schüler zu beruhigen», sagt er.

Dani Koch arbeitet deshalb auch gerne mit Sportlerinnen und Sportler zusammen. «Die sind es sich gewohnt, mit Stress und Druck umzugehen», erläutert er. Von einem Lieblings-Fahrschülertyp zu sprechen, wäre aber definitiv unpassend. «Ich liebe sie alle!», sagt er.

Seit sechs Jahren bildet Dani Koch im Kanton Luzern Fahrschülerinnen und Fahrschüler aus.

© Dani Koch

Dani Koch sieht seine Rolle daher auch nicht nur als Fahrlehrer: «Manchmal fühle ich mich wie ein Fussball-Trainer», meint er lächelnd. Es sei wichtig, auf jede Schülerin und jeden Schüler individuell einzugehen. Mühsame Fahrstunden gäbe es für ihn nicht: «Es ist mein Ziel, dass jede Ausbildung eine Erfolgsgeschichte wird. Für den Schüler und für mich.»

Beziehungen auch nach der Prüfung pflegen

Auf die Frage, was er am meisten an seinem Job mag, antwortet er: «Auch ich kann von jedem Schüler etwas lernen und meinen Horizont täglich erweitern.» Momentan bildetet er zirka 30-40 Schülerinnen und Schüler gleichzeitig aus. «Es kommen viele Geschichten zusammen», sagt er und fügt hinzu: «Von der Pianistin bis zum Party-Tier– es ist alles mit dabei.»

Seit sechs Jahren ist Dani Koch nun bereits Fahrlehrer. Er versucht, mit seinen Schülerinnen und Schüler auch nach der Prüfung in Kontakt zu bleiben – bei vielen erfolgreich. Dies bestätige ihm, dass auch für sie die Ausbildung eine Freude war. Er schliesst ab: «Wenn jemand eine Zeit nach der Prüfung zu mir kommt und sagt: Dani, ich konnte von dir einiges für mein Leben lernen, ist das das Schönste, was man zu mir sagen kann.»

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 3. August 2022 07:33
aktualisiert: 10. August 2022 18:03
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