Demonstration

Jede zweite Baustelle ist heute leer: Das fordern die Bauarbeiter

Nicole Huber, 11. November 2022, 18:19 Uhr
Mehr Lohn, kürzere Arbeitstage und bezahlte Reisezeit: Das fordern die Bauarbeiter, weshalb sie auf die Strasse gingen. Übertrieben, findet der Baumeisterverband. Die Verhandlungen seien in vollem Gange und die Demos «leicht überraschend».

Quelle: Tele 1

Anzeige

Die Baumeister beraten sich am Freitag über allfällige Änderungen des Gesamtarbeitsvertrages der Baubranche. Die Bauarbeiter sind mit dem Stand der Verhandlungen nicht zufrieden und sind deshalb am Freitag auf die Strasse gegangen und zeigen ihren Unmut. «Wir gehen davon aus, dass etwa 50 Prozent der Bauarbeiter der Zentralschweiz heute nicht arbeiten», sagt Giuseppe Reo, Regionalleiter der Unia Zentralschweiz.

Durch ihre Demonstration hoffen die Bauarbeiter auf vernünftige Angebote seitens der Baumeister, die sich zeitgleich in einer Delegiertenversammlung treffen.

Einiges soll geändert werden

«Es kann nicht sein, dass wir rückwärtsgehen. Man kann nicht noch mehr flexibilisieren, nicht noch mehr arbeiten. Das ist einfach nicht machbar», so Reo. Die Gewerkschaft steht für höhere Löhne und kürzere Arbeitstage ein. Vor allem aber soll die Reisezeit nicht länger unbezahlt bleiben. Die Forderungen selbst kommen dabei keineswegs von der Unia, sondern sind Stimmen der Arbeiterschaft, stellt Reo klar. Die Gewerkschaft unterstütze diese lediglich.

Dass nicht alles auf einen Schlag geändert werden kann, sei klar. Man müsse jedoch darauf achten, dass man eine gute gemeinsame Lösung für die Zukunft findet, heisst es weiter.

Baumeisterverbund sei «leicht überrascht»

Dass die Gewerkschaft am Freitag auf die Strasse geht, sei unerwartet. «Die Verhandlungen laufen gut, eine Einigung am Montag ist nicht ausgeschlossen», erklärt Matthias Engel, Mediensprecher des Schweizer Baumeisterverbandes.

Man zahle bereits hohe Löhne und habe sogar eine Gewährleistung für Lohnerhöhungen in Aussicht gestellt, heisst es. Daher stosse der Demonstrationstag eher auf Unverständnis, trotzdem blicke man optimistisch auf die nächsten Verhandlungen, erklärt Engel.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 11. November 2022 18:19
aktualisiert: 11. November 2022 18:19