Luzern ist älter als gedacht

3'000 Jahre alter Pfalbauten gefunden: «Endlich ein Beweis in den Händen»

22. April 2021, 19:04 Uhr
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Quelle: PilatusToday

Bahnbrechende Entdeckung: Vier Meter unter der Wasseroberfläche kamen Spuren einer rund 3'000 Jahre alten Siedlung zum Vorschein. Die Geschichte Luzerns muss neu geschrieben werden.

Letztes Jahr bot der Bau einer Seewasserleitung Gelegenheit, einen archäologischen Einblick in den Luzerner Seegrund zu erhalten. Zusammen mit Kulturdirektor Marcel Schwerzmann präsentierte die Kantonsarchäologie Luzern Erkenntnisse zur frühen Geschichte der Stadt Luzern. Im Rahmen eines Medienanlasses konnte mitbeobachtet werden, wie 3'000 Jahre alte Holzpfähle aus der Tiefe geholt wurden.

«Für die Geschichte der Stadt Luzern ist es ein riesiger Schritt. Das wir nach langer Zeit Suchen, Sammeln und Entdecken endlich einen Beweis in den Händen halten, dass schon zu früheren Zeiten Menschen am Luzerner Seebecken gelebt haben», so Kantonsarchäologe Jürg Manser. 

Höherer Seespiegel versteckte Überreste

Die Funde aus dem Luzerner Seebecken bestätigen laut einer Medienmitteilung des Kantons, dass die Stadt Luzern damit 2'000 Jahre älter ist als bisher belegt. Damit geselle sich Luzern in die Reihe bedeutender Städte wie Zürich oder Genf und belegt, dass auch die heutige Zentralschweiz seit Urzeiten eine begehrte Lage war.

Das Fehlen von Beweisen für diese alten Siedlungen ist mit dem markanten Anstieg des Vierwaldstättersees bis ins 15. Jahrhundert zu begründen, wie es in der Mitteilung weiter heisst. Durch den Eingriff des Menschen mittels Stauwehren für die Mühlen, beschleunigte sich der Seespiegelanstieg ab dem 9./10. Jahrhundert.

(red.)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 22. April 2021 11:00
aktualisiert: 22. April 2021 19:04