Die Herrgottskanoniere

Auf dem Gütsch wird wieder geschossen – das steckt dahinter

15. Juni 2022, 18:59 Uhr
Am Morgen von Fronleichnam und am Abend zuvor feuern die Herrgottskanoniere ihre Schüsse vom Gütsch aus ab. Doch warum tun sie dies überhaupt – und was hat das alles mit der Kirche zu tun?
Die Herrgottskanoniere auf dem Gütsch. (Archivbild)
© Keystone / Urs Flüeler

Für die Herrgottskanoniere startet der Fronleichnam bereits am Mittwoch. Hoch zu Ross geht es durch die Strassen von Luzern und anschliessend gegen Abend auf den Gütsch.

Durch die Strassen von Luzern. (Archivbild)

© Keystone / Sigi Tischler

Die ersten Schüsse, das Salutschiessen, werden dieses Jahr um 20 Uhr erwartet. Die Kanoniere erweisen damit dem Altarsakrament ihre Referenz. Das Schiessen selbst, mit drei historischen Artilleriekanonen, erfolgt nach strengen militärischen Regeln.

Das Schiessen mit den drei historischen Kanonen folgt militärischen Regeln. (Archivbild)

© Keystone / Urs Flüeler

Wer sind die Herrgottskanoniere?

Die Herrgottskanoniere der Stadt Luzern sind eine über 400-jährige Bruderschaft. Seit 1580 künden sie den katholischen Feiertag an. Bei den Kanonieren handelt es sich denn auch um katholische, aktive oder ehemalige Soldaten der Schweizer Armee.

Warum schiessen sie an Fronleichnam?

Am frühen Donnerstagmorgen schiessen die Kanoniere zwölf Böllerschüsse vom Gütsch über Luzern über die Prozession einzuleiten. Die Schüsse am Mittwochabend sollen der ganzen Stadt Luzern verkünden, dass überhaupt «Herrgottstag» ist. Die zwölf Salutschüsse stehen für die zwölf Apostel.

Was hat das mit der Kirche zu tun?

Sowohl der Aufzug der Kanoniere, als auch die Schüsse am Mittwochabend und am Donnerstagmorgen sind Teil der Fronleichnamsprozession der Stadt Luzern. Mit den Schüssen erweisen die Kanoniere dem Altarsakrament ihre Referenz. Die Fronleichnamsprozessionen selbst entwickelten sich in der Zeit der Gegenreformation, also vor 1600, zu wichtigen Repräsentationsveranstaltungen der katholischen Kirche.

Und was mit der UNO?

Die Schweiz hat sich 2008 dazu verpflichtet, ein Inventar des sogenannten «immateriellen Kulturerbes» in der Schweiz zu erstellen. Seit 2012 wird das Inventar unter dem Titel «Liste der lebendigen Traditionen in der Schweiz» geführt. Und: Die Bruderschaft der Herrgottskanoniere wird auf dieser Liste geführt. Sie ist somit Teil des UNESCO-Übereinkommens zur Bewahrung des immateriellen Kulturerbes. Und das macht sie stolz, wie sie Tele 1 bereits 2016 verrieten.

Tele 1 berichtet 2016 über die Herrgottskanoniere

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Quelle: Tele 1

(red.)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 15. Juni 2022 19:00
aktualisiert: 15. Juni 2022 19:00
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