Luzerner Gerichtsfall

Deutscher zockte Opfer um fast 10 Millionen Franken ab

25. August 2020, 09:31 Uhr
Ein Deutscher steht heute Dienstag vor dem Luzerner Kriminalgericht, weil er fast zehn Millionen Franken erschwindelt hat. (Symbolbild)
© pixabay.com
Betrogen, gefälscht und Geld gewaschen: Ein 50-Jähriger muss sich heute Dienstag vor Gericht verantworten, weil er sich 9,3 Millionen Franken erschwindelt haben soll.

Acht Jahre ins Gefängnis soll er für seine Vergehen. Dies fordert die Staatsanwaltschaft. Fünf Privatkläger gehen gegen den Angeklagten vor. Er selber beteuert seine Unschuld.

Der Deutsche zog seinen Opfern das Geld immer mit der gleichen Masche aus der Tasche. Er gab sich als reichen Geschäftsmann aus und überredete seine Opfer zur Geldanlage. Und finanzierte mit dem Geld seinen luxuriösen Lebensstil. Wie der «Blick» berichtet, soll er mit seiner Familie in Meggen in einer Villa mit Seeanstoss gewohnt haben. Ausserdem sei er immer wieder mit verschiedenen Luxusfahrzeugen gefahren, wie Rolls-Royce, Ferrari und Lamborghini.

Opfer getäuscht und abgezockt

Eines seiner Opfer war ein Unternehmer aus Deutschland, der so 4,1 Millionen Franken verlor. Ein weiteres Opfer, ein deutscher Adliger, wurde um 4,2 Millionen Franken getäuscht. Beiden versprach der 50-Jährige Zinsen von 3 bis 6 Prozent. Die erste Investition zahlte der Deutsche innerhalb der vereinbarten Frist mit Zinsen zurück. So gewann er das Vertrauen seiner Opfer. Doch das Geld sahen sie nicht mehr. Die Staatsanwaltschaft schreibt dazu: «Mit seinem Lügengebäude täuschte er dem Privatkläger vor, dass eine Rückzahlung des Geldes von ihm gewollt und ohne Weiteres möglich war.» Das erschwindelte Geld legte er in diversen Familien-und Firmenkonten an, um seine Spuren zu verwischen.

Bereits in Deutschland verurteilt

Der Angeklagte selbst bezeichnet sich als Wertpapierhändler, wie der «Blick» schreibt. Ihm wird mehrfacher gewerbsmässiger Betrug, Geldwäsche, Urkundenfälschung und Veruntreuung vorgeworfen. Zwischen den Jahren 2008 und 2014 soll er seine Opfer um fast zehn Millionen Franken erleichtert haben.

Mit dem Gerichtsfall ist den Luzerner Ermittlern ein Coup gelungen. Laut «Blick» wurde der Angeklagte wegen anderen schwerer Wirtschaftsdelikten bereits in Deutschland zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 25. August 2020 09:24
aktualisiert: 25. August 2020 09:31