Root

Exotische Haustiere boomen: Tierheim rüstet auf

3. Mai 2022, 14:58 Uhr
Exotische Tiere werden als Haustiere immer beliebter. Schlangen oder auch Geckos sind dann aber doch nicht für jeden oder jede das Richtige und so werden die Tiere eben auch häufig wieder abgegeben. Im Tierheim in Root hat man nun deshalb eine Auffangstation für Reptilien eingerichtet.
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Hunde, Hasen oder Hamster: Diese Haustiere verbindet man mit einem herkömmlichen Tierheim. Doch im Tierheim an der Ron in Root finden auch immer mehr Reptilien ein vorübergehendes Zuhause. Seit ein paar Jahren tragen Haustiere nämlich immer öfter Schuppen als Fell. Das fordert auch Tierheime wie das Tierheim an der Ron in Root. Vor drei Wochen ist zum Beispiel eine Königspython eingezogen. Sie weilt noch in Quarantäne. Wie man mit diesen Tieren richtig umgeht, mussten die Mitarbeiter des Tierheims erst lernen.

Eine Quarantänestation und 19 Terrarien

«Für uns ist es Neuland. Wir mussten das Wissen zuerst mit Schulungen aufbauen und die Abläufe organisieren», sagt Petra Roos, Leiterin des Tierheims. Das habe mehrere Monate gedauert. Nebst der Quarantänestation habe es auch 19 verschiedene Terrarien gegeben. Das geht ganz schön ins Geld: Die ganze Elektroinstallation hat das Tierheim mehr als 10'000 Franken gekostet. «Dafür können wir nun jedes Terrarium einzeln ansteuern.»

Aktuell sind diese Terrarien jedoch leer. Finden sich so schnell Abnehmer für Reptilien? «Das können wir aktuell noch nicht sagen, dafür fehlen uns die Erfahrungswerte», sagt Roos. Aber: Drei Tiere, die sie vor Ostern erhalten haben, durften bereits wieder ausziehen.

Die drei Schlangen fanden beim Partner einer Mitarbeiterin ein Zuhause. Philipp Pöche hat die Tiere von Anfang an ins Herz geschlossen. «Die Kornnattern haben eine spezielle Farbgebung. Ich finde sie einfach faszinierend. Ich habe sie gesehen und mich verliebt», sagt er. Neben Schlangen hält Philipp Pöche auch Geckos. Für beide Tierarten brauche es zwar weder viel Geld noch Aufwand. Und doch seien solche Tiere nur etwas für Liebhaber.

Gründe für Abgabe sind die Gleichen

«Ohne Faszination braucht man sich so etwas nicht anschaffen. Ich persönlich finde sie faszinierend und würde sie auch nicht mehr hergeben», sagt Pöche. Doch nicht alle Besitzer erfreuen sich so sehr an ihren neuen Haustieren wie er und so landen die ein oder anderen eben im Tierheim. Und hier unterscheiden sich Reptilien nicht mal so sehr von Hunden, Hamstern oder Hasen. «Man kann aus Zeitgründen nicht mehr zu den Tieren schauen, zieht vielleicht um oder trennt sich. Es gibt verschiedene Gründe», sagt Leiterin Petra Roos. Man solle sich deshalb, wie bei anderen Tieren auch, im Vornherein informieren. «Man sollte vorausplanen. Es gibt Reptilien, die werden bis zu 20 Jahre alt oder älter. Auch sollte man sich die Frage stellen, ob man die finanziellen Mittel für diese Tiere hat.»

Auch wenn die Terrarien im Tierheim im Moment leer stehen: Petra Roos geht davon aus, dass sie schon bald voll sind. Das, weil sie auch Tiere aus anderen Kantonen aufnehmen, wie etwa die Königspython. Die kommt nämlich aus dem Thurgau.

(red.)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 3. Mai 2022 14:39
aktualisiert: 3. Mai 2022 14:58
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