Ende einer Ära

Festivaldirektor Urs Leierer: «Jetzt gibt es Raum für Neues»

20. September 2022, 16:42 Uhr
Das bekannte Luzerner Blue Balls Festival wird es künftig nicht mehr in der gewohnten Form geben. Wie es jetzt weitergeht, ist noch offen.
Direktor Urs Leierer wird das Blue Balls Festival nicht weiterführen.

Bereits die diesjährige Ausgabe des Festivals musste abgesagt werden. Grund dafür waren schwere gesundheitliche Probleme von Urs Leierer, dem Festivaldirektor. Das war nun auch der Grund, weshalb Leierer entschieden hat, ganz auszusteigen. «Ich kann das Festival nicht mehr machen», sagt er im Interview mit Radio Pilatus und PilatusToday. Zwar geht es ihm mittlerweile gesundheitlich wieder etwas besser, aber er sei weiterhin nicht in der Lage, so ein Festival noch einmal zu stemmen und diese Verantwortung zu tragen.

Eine Nachfolge liess sich nicht finden. «Das ist einfacher gesagt als getan. Im Moment sind wir nicht gut genug aufgestellt. Ich habe niemanden, der die Hauptverantwortung übernehmen könnte», sagt Leierer. Der Entscheid fällt ihm sehr schwer: «Aber für mich wird es am Ende eine Erleichterung sein.»

Ein grosser Verlust für die Stadt

Mit der Absage des Festivals endet nun auch die Zusammenarbeit zwischen der Stadt Luzern und dem Verein Luzerner Blues Session. Eine Entwicklung, die man bedauert. «Das Blue Balls war bis anhin ein wichtiges Festival, das den Luzerner Sommer bespielte», sagt Letizia Ineichen, Leiterin Kultur und Sport bei der Stadt Luzern.

Eine langjährige Erfolgsgeschichte geht also zu Ende. Denn das Blue Balls erfreute sich stets grosser Beliebtheit. «Wenn man sieht, welche Bedeutung es für die Luzernerinnen und Luzerner, aber auch für die Touristinnen und Touristen hatte, dann ist das sicher ein Verlust», so Ineichen. Man sei mit den verschiedenen Parteien zusammengesessen und habe darüber diskutiert, wie es weitergeht mit dem Anlass. Aber man sei auf keine zukunftsfähige Lösung gekommen, heisst es weiter.

Quelle: PilatusToday

Wie geht es weiter?

Die Stadt prüft daher jetzt eingegangene und neu eingehende Alternativen und Ersatzkonzepte, die ab 2023 umgesetzt werden könnten. «Wir sind offen gegenüber neuen Konzepten, neuen Formaten oder alternativen Möglichkeiten, das bisherige Blue Balls zu bespielen», so Ineichen. Ruhig werden soll es um das Luzerner Seebecken also nicht.

Auch die Agentur Blue Balls Music hat in ihrer Mitteilung verkündet, dass sie kleinere Blue Balls Festivals oder Blue Balls Nights nicht ausschliessen. Stattfinden könnten diese in allen Städten der Schweiz.

«Jetzt gibt es Raum für Neues», schliesst Urs Leierer. Seine Hoffnung ist, dass der Kommerz auch in Zukunft nicht im Vordergrund steht. «Wir hatten immer das Credo: Art first, money second. Das war wohl auch das, was das Festival letzten Endes ausgemacht hat.»

(wra)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 20. September 2022 16:53
aktualisiert: 20. September 2022 16:53
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