Seetal

Grossprojekt Verkehrsentlastung: Kanton setzt auf Ausbau des öV

· Online seit 06.02.2024, 16:33 Uhr
Seit Jahren ist der Verkehr im Seetal ein Thema. Um die Region zu entlasten, hat der Kanton Luzern eine Studie in Auftrag gegeben. Anhand dieser soll nun festgelegt werden, welche Massnahmen im Seetal umgesetzt werden sollen.
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Zur Untersuchung, welche der Kanton in Auftrag gegeben hat, gehörten Bewertungen von Verkehrslösungen in den Gemeinden Hochdorf und Eschenbach sowie eine Machbarkeitsstudie für die Ortsdurchfahrt Ballwil. Die bevorzugte Option in beiden Gemeinden sei gemäss Kanton Luzern Variante «Null+/öV», welche sowohl das bestehende Strassennetz verbessert als auch den öffentlichen Verkehr, den Fuss- und den Veloverkehr stärkt.

Der Vorteil an der «Null+/öV»-Variante gegenüber Umfahrungen sei unter anderem das Kosten-Nutzen-Verhältnis. Ausserdem sei weniger Kulturland nötig und die Eingriffe in Natur und Landschaft wären geringer. Ein grosser Punkt, sich für diese Variante zu entscheiden, war der Ausbau des öV, einschliesslich eines Viertelstundentakts auf der Seetalbahn-Linie.

Kurz- und längerfristige Massnahmen werden untersucht

Der Druck zum Handeln sei bereits heute spürbar und würde mit der erwarteten Siedlungsentwicklung noch mehr zunehmen. Deswegen braucht es auch kurz- und mittelfristige Massnahmen zur Verkehrssituation im Seetal, die nun untersucht werden.

Diese kurz- und längerfristigen Massnahmen wurden analysiert:

  • Neubau eines Kreisels in Ballwil, um die Sicherheit der Ortsdurchfahrt zu gewährleisten und Unfallschwerpunkte zu beheben
  • Verbesserung des Knotenpunkts Oberhofen in Inwil für eine bessere Verkehrsleistung und öV-Bevorzugung
  • Massnahmen zur besseren Verkehrssteuerung auf dem aktuellen Strassennetz und Beschleunigung des Busverkehrs
  • Erwägung eines Ausbaus des Busangebots im Seetal
  • Vertiefungsstudie für die Realisierung eines Viertelstundentakts auf der Seetalbahn-Linie

Diese Massnahmen sind für die langfristige Planung wichtig und werden als Projekte vorgezogen – dies startet bereits in diesem Jahr.

Zusätzlich soll ein regionales Gesamtmobilitätskonzept für das Seetal erarbeitet werden. Dies mit dem Ziel, die Mobilität gesamtheitlich weiterzuentwickeln, also neben den Kantonsstrassen und der Bahnlinie auch die Gemeindestrassen und alle weiteren Mobilitätsarten einzubeziehen.

Ausbau soll bald geschehen

Die Seetaler Gemeinden begrüssen gemäss dem Kanton den Einbezug und die enge Zusammenarbeit im bisherigen Prozess. Trotzdem pochen sie dabei auf die Notwendigkeit des Ausbaus – so beispielsweise die Gemeinde Hochdorf. «Dieser Ausbau des öV muss nun zeitnah erfolgen», sagt Lea Bischof-Meier, Gemeindepräsidentin von Hochdorf. Allerdings benötige es für den öV weitergehende Massnahmen.

«Der Bahnhof Hochdorf muss zu einem funktionierenden Mobilitätshub ausgebaut werden.» Es sei zwingend, attraktivere öV-Verbindungen nach Sursee, Rotkreuz und Luzern anzubieten, wenn man der Mobilität im Seetal gerecht werden soll. Die Aussage, dass der öV dringend ausgebaut werden muss, unterstützt auch die Hochdorfer Gemeinderätin Gaby Oberson: «Bessere Verbindungen, insbesondere nach Luzern und Sursee, werden unverzichtbar.»

Der Ausbau der Seetalbahn könne deshalb nicht bis zur Realisierung des Durchgangsbahnhofs warten. Aus Sicht der Gemeinde müssten auch Zwischenlösungen geprüft werden, wie beispielsweise einen Viertelstundentakt des öV sowie ein Regioexpress. Auch Nicole Lüthy-Widmer, Gemeindepräsidentin von Eschenbach, begrüsst das weitere Vorgehen, ergänzt jedoch: «Ziel muss sein, das Verkehrsaufkommen in Eschenbach massiv zu entschärfen. Ansonsten werden wir auch weiterhin an der Umfahrung Eschenbach festhalten.»

veröffentlicht: 6. Februar 2024 16:33
aktualisiert: 6. Februar 2024 16:33
Quelle: PilatusToday

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