Stromzuschlag

Kaffee und Bier kosten mehr: Erstes Zentralschweizer Restaurant erhöht Preise

Melissa Steuri, 27. September 2022, 08:04 Uhr
Im Seehotel Sonne in Eich bezahlen die Kundinnen und Kunden 5 Prozent mehr für ihr Gipfeli und den Kaffee. Da die Strompreise massiv steigen, hat sich der Gastgeber Stefan Fuchs für einen sogenannten «Energiezuschlag» entschieden. Er erklärt, wie es dazu gekommen ist.

Quelle: PilatusToday/Andreas Wolf

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Wer im Seehotel Sonne in Eich ein Mittagessen geniesst oder einfach einen Nachmittags-Kaffee trinken will, wird die Rechnung genau anschauen. Seit dem 15. September steht dort nämlich ein Energiezuschlag drauf. Transparent ausgewiesen – 5 Prozent mehr müssen Kundinnen und Kunden bezahlen.

Wirt Stefan Fuchs hat sich aus zwei Gründen für diese Massnahme entschieden: «Einerseits sind unsere Strompreise um das Zehnfache gestiegen. Andererseits wälzen auch unsere Lieferanten die höheren Preise für Rohstoffe auf uns ab.» So ist beispielsweise der Preis für das Bier, welches das Hotel einkauft, um 5,3 Prozent gestiegen. Für Reinigungsmittel muss es sogar bis zu 17 Prozent mehr bezahlen.

Der Energiezuschlag sei dringend nötig, um auch künftig die Kosten decken zu können. «Die Situation ist für unseren Betrieb lebensbedrohlich.» Bekanntlich ist der Gast aber auch König. Deswegen hat sich das Seehotel Sonne für die transparente Variante entschieden und weist den Energiezuschlag auf der Rechnung aus. «Wir wollen keinen Streit mit den Gästen», betont Stefan Fuchs. Indem der Wirt die Massnahmen offen und ehrlich erklärt, versucht er Kunden, die sich beschweren, zu beruhigen.

Gastro-Suisse empfiehlt den Aufschlag

Höhere Preise im Restaurant sind normal, wenn die Preise für Strom, Rohstoffe oder Heizöl steigen. Dieser Meinung ist Moritz Rogger, Vorstand beim Branchenverband Gastro Suisse. «Die Unternehmen sind aktuell stark gefordert, ihre Kosten gut zu kalkulieren.» Ob ein Restaurant eine Preiserhöhung auf der Rechnung transparent ausweist oder dies «heimlich» macht, sei jedem Betrieb selbst überlassen, so Gastro Suisse. «Ich empfehle, den Aufschlag auf jedes einzelne Gericht zu machen und diesen auszuweisen.»

Dass die Restaurants aufgrund der steigenden Preise Gäste verlieren, bezweifelt Moritz Rogger. Der Gast sei bereit, mehr zu bezahlen. «Im Privaten ist die Situation ja nicht anders. Die Kunden haben Verständnis dafür.»

Das Seehotel Sonnen in Eich erhöht die Preise.

© Getty

Das bestätigt auch das Seehotel Sonne in Eich. Der Betreiber Stefan Fuchs: «Wir haben nicht weniger Gäste. Es läuft sehr gut. 90 Prozent der Kunden äussern sich eh nicht gross dazu.»

Restaurant spart auch Strom

Nun soll allerdings nicht der Anschein entstehen, dass das Seehotel alle Kosten einfach auf die Kunden abwälzt. Das Gebäude wurde kürzlich totalsaniert. Dabei war Stromsparen ein grosses Thema. «Wir haben eine eigene Photovoltaik-Anlage aufs Dach gebaut. Damit können wir rund 10 Prozent des eigenen Strombedarfs decken», sagt Fuchs. Zudem setze man bei den Lichtern grösstenteils auf LED und auch die neue Lüftung verbrauche deutlich weniger Strom.

Stefan Fuchs betont, dass der Energiezuschlag sofort wieder von der Rechnung gestrichen wird, sobald sich die Situation wieder beruhigt. Der Gastronom rechnet allerdings nicht vor Ende kommenden Jahres damit.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 27. September 2022 07:08
aktualisiert: 27. September 2022 08:04