Ukraine-Krieg

Kanton Luzern eröffnet zusätzliche Asylunterkunft in Wikon

18. März 2022, 14:38 Uhr
Dem Kanton Luzern werden wohl täglich 30 bis 50 Personen mit Schutzstatus S zugewiesen. Da die bestehenden Asylzentren bereits gut ausgelastet sind, müssen weitere Plätze her. Deshalb schafft der Kanton im Kloster Wikon weitere 120 Plätze.
Der Kanton Luzern will in Wikon 120 Personen unterbringen.
© KEYSTONE/Urs Flueeler

Der Kanton Luzern verfügt über 415 reguläre Plätze in vier Asylunterkünften – Emmen, Fischbach, Kriens und St. Urban. In der Liegenschaft Wikon werden nun weitere 120 Plätze vorbereitet, wie der Kanton Luzern schreibt. 

Ab dem 25. März und während längstens zwei Jahren führt der Kanton deswegen in Wikon ein zusätzliches Asylzentrum mit Zentrumsschule. Die Benediktinerinnen waren 2019 aus der Marienburg ausgezogen. Vor knapp 20 Jahren war das dortige Mädcheninternat geschlossen worden.

Menschen in Not helfen

Dass die Marienburg als Asylzentrum genutzt wird, widerspricht eigentlich dem Siedlungsleitbild der Gemeinde. Jedoch sei die aktuelle Situation speziell: «Wir sehen uns hier mit einer humanitären Ausnahmesituation konfrontiert. Nun ist nicht der Moment, um an einem früheren Entscheid festzuhalten, wenn stattdessen Menschen in Not geholfen werden kann. Für den Gemeinderat Wikon war daher klar, dass er offen und bereit ist, den Kanton Luzern für diese befristete Zeit zu unterstützen», so die Gemeindepräsidentin Michaela Tschuor.

Der Kanton rechnet damit, dass täglich durchschnittlich 35 ukrainische Flüchtlinge in Luzern aufgenommen und untergebracht werden.

Kantonaler Führungsstab wird eingesetzt

Die Kantonsregierung hat angesichts der Lage in der Ukraine die Notlage erklärt und wird einen kantonalen Führungsstab einsetzen, der die Unterbringung und Betreuung von Schutzsuchenden koordiniert. Der Regierungsrat Guido Graf, Vorsteher des Gesundheits- und Sozialdepartements, erklärt in einer Mitteilung: «Die aktuelle Situation als Notlage zu erklären dient dazu, rascher agieren und auf Ressourcen zugreifen zu können, wie es in der normalen Lage nicht möglich ist.»

Zudem kann der Zivilschutz für kurzfristige Einsätze aufgeboten werden. Auch die Dienststelle  Asyl- und Flüchtlingswesen sowie Dienststelle Volksschulbildung sollen mehr Ressourcen erhalten.

(red.)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 18. März 2022 16:45
aktualisiert: 18. März 2022 16:45
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