Spitzenleichtathletik

Lars Wolfisberg: «Am Anfang ist niemand gut im Hammerwerfen»

21.07.2023, 05:46 Uhr
· Online seit 21.07.2023, 05:42 Uhr
Auf der Luzerner Allmend fand gestern Abend das Spitzenleichathletik Luzern statt. Spitzenathletinnen und Spitzenathleten kämpften ebenso wie neue Talente ums Podest. Wir haben Hammerwerfer Lars Wolfisberg bei seinem Wettkampf begleitet.

Quelle: Tele 1

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Die Sonne steht noch hoch über der Allmend, als sich die ersten Läufer auf der Rennbahn bereitmachen. Hier messen sich die besten Sprinterinnen, Hürdenläufer und Weitspringer. Die Spitzenathletinnen und -athleten wollen an der Spitzenathletik Luzern nochmals Punkte und Wettkampf-Praxis sammeln, bevor es dann nächsten Monat an die Leichtathletik-WM in Budapest geht. Einer der grossen Namen: Mujinga Kambundji. Die 100-Meter-Sprinterin gehört zur Weltspitze.

Nebst der Spitzen-Sprinterin messen sich am Spitzenleichtathletik Luzern aber auch Nachwuchstalente. Eines von ihnen: der 20-jährige Lars Wolfisberg aus Alpnach im Kanton Obwalden. Noch steht er locker neben der Rennbahn, aber bald gilt es auch für ihn ernst. Allerdings nicht auf der Rennbahn, sondern im Feld daneben beim Hammerwerfen.

Rund 12 Stunden Training pro Woche

«Momentan fühle ich mich noch ruhig und gelassen. Aber ich hoffe, dass die Nervosität noch kommt», erzählt er auf dem Weg zum Aufwärmtraining. Rund 12 Stunden in der Woche trainiert Lars Wolfisberg. Beine, Rumpf und Rücken seien das wichtigste.

Zum Aufwärmen steigt er zuerst aufs Velo. Danach stemmt er Gewichte. Ganze 90 Kilo stemmt er. Weitaus mehr als der Wurfhammer mit 7,26 Kilogramm wiegt. Für heute hat der 20-Jährige vor allem ein Ziel: «Ich will es besser machen als an der U23-Europameisterschaft letzte Woche. Ich war nicht zufrieden mit dem Wettkampf.» Da hat es Lars mit einer Wurfweite von 63,42 Metern nämlich nur auf den letzten Platz geschafft. Seine persönliche Bestleistung liegt bei ganzen 66 Metern, die gilt es zu schlagen.

Durch den Leichtathletik-Verein zum Hammerwerfen

Die Freude am Sport hat Lars schon früh entdeckt: «Seit ich 12 bin, bin ich im Leichtathletik-Verein.» Dort hat sein Trainer Wert darauf gelegt, ihnen die verschiedenen Disziplinen näherzubringen – so auch das Hammerwerfen. «Am Anfang ist niemand gut im Hammerwerfen», erinnert er sich an seine Anfangszeit und lacht. «Aber es hat mir Freude gemacht und die Herausforderung hat mir gut gefallen. Also bin ich dabeigeblieben.»

Und das hat sich gelohnt. Letztes Jahr stellte er an der U20-WM einen Schweizer Rekord auf: Ganze 69,81 Meter weit schleuderte er den 6-Kilo-Hammer.

Neuer persönlicher Rekord

Dieses Jahr tritt er in der Kategorie U23 an, hier wiegt der Hammer mit 7,26 Kilogramm etwas mehr. Kurz vor dem Wettkampf wirkt Lars nicht mehr ganz so entspannt. Die Anspannung fällt aber bereits nach dem ersten Wurf ab. 66,27 Meter weit schleudert er den Hammer und erzielt damit gleich eine persönliche Bestleistung. Mit seinem vierten Wurf übertrifft er die nochmals. 66,32 Meter lautet sein neuer Rekord.

Damit holt sich der Alpnacher den dritten Platz. Platz zwei geht an den Deutschen Christoph Gleixner mit 68,03 Metern und der erste an den Deutschen Sören Klose mit ganzen 71,28 Metern. Die 70-Meter-Marke ist etwas, das Lars noch schaffen will. «Die 70-Meter-Marke ist im Hinterkopf für nächste oder übernächste Saison», sagt er.

Aber mit seiner Leistung ist am Spitzenleichtathletik Luzern ist er trotzdem zufrieden: «Es war viel besser als letzte Woche. Ich hatte eine gute Konstanz drin. Schon in den ersten beiden Würfen konnte ich weit werfen und das ist sehr schön.»

Nächste Woche geht es für das Nachwuchstalent an die Schweizermeisterschaften nach Bellinzona. Dafür hat er hohe Erwartungen an sich selber: «Eine Medaille zu gewinnen, ist gesetzt. Am liebsten Gold, das dürfte es oder sollte es werden.»

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veröffentlicht: 21. Juli 2023 05:42
aktualisiert: 21. Juli 2023 05:46
Quelle: PilatusToday

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