Luzern: Weiterer Rückschlag für Musegg-Parking

16. November 2017, 15:07 Uhr
Stadtparlament verlangt speziellen Schutz der Stadtmauer

Die Initianten des Projekts Parkhaus Musegg müssen einen weiteren Rückschlag verkraften. Das Stadtparlament Luzern verlangt den speziellen Schutz der Museggmauer und hat einen Vorstoss der Grünliberalen überwiesen. Im Detail geht es um unterirdische Bauten im Bereich der historischen Stadtmauer.

Die Grünliberalen verlangen im Vorstoss, dass das Bau- und Zonenreglement angepasst wird. Es soll um eine Schutzbestimmung zur 650-jährigen Museggmauer ergänzt werden. Sie befürchten, dass durch den Bau des Parkhauses Musegg die historische Stadtmauer beschädigt würde, weil man für das Projekt den Musegghügel aushöhlen müsste.

Auch für SP-Stadtparlamentarier Cyrill Studer war klar, dass die Mauer geschützt werden muss: „Es handelt sich beim Parkhaus um einen Grossangriff auf den Musegghügel. Es fragt sich, ob eine solche Operation am offenen Herzen tatsächlich schadlos enden würde.“

"Operation am offenen Herzen"

Abgelehnt wurde der Vorstoss von den bürgerlichen Parteien SVP, FDP und CVP. Für Roger Sonderegger von der CVP war klar, dass einmal mehr die Verhinderung des Parkhauses Musegg das Ziel sei: „Wenn es beim Tunnelbau praktisch immer oberirdische Schäden gäbe, dann wären in der Schweiz nicht so viele Tunnels in Betrieb. Es ist ein klarer Versuch, das Parkhaus zu stoppen.“

"Ein Versuch, das Parkhaus zu stoppen."

Der Vorstoss wurde schliesslich hauchdünn mit 23 zu 22 Stimmen angenommen. Bereits vor gut einem Jahr hatte das Parlament mit dem gleichen Resultat entschieden, dass sich die Stadt nicht mehr am Projekt beteiligt. Die Parkhaus-Initianten lancierten daraufhin eine Volksinitiative, über welche aber noch nicht abgestimmt wurde.

Luzerner Stadtparlament verlangt speziellen Schutz der Stadtmauer

veröffentlicht: 16. November 2017 14:33
aktualisiert: 16. November 2017 15:07