Hupkonzert auf dem Vierwaldstättersee

«Machen das nicht wegen lustig»

10.11.2020, 16:58 Uhr
· Online seit 10.11.2020, 13:54 Uhr
Mit dem November ist das Herbstwetter definitiv in der Zentralschweiz angekommen. Seit dem Wochenende ist der Nebel auf dem Vierwaldstättersee so dicht, dass die Schiffe sich regelmässig mit Schallzeichen bemerkbar machen. Weshalb das trotz modernen Techniken noch nötig ist, erklärt der SGV-Chefkapitän Michel Scheurer.
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Seit bald einer Woche werden wir (zumindest die Talbewohner) morgens nicht von der Sonne, sondern von einer dicken Nebelsuppe begrüsst. Wenn sich der Nebel so dicht auf den See legt, beeinträchtigt das auch die Schifffahrt.

«Wenn nicht auf Sicht angehalten werden kann, müssen die Kursschiffe per Gesetz im Minutentakt zwei lange Schallzeichen von sich geben. Alle anderen antworten mit einem langen Ton», bestätigt der Chef-Kapitän auf Anfrage. Vor zehn, zwanzig Jahren sei das im Oktober und November noch viel häufiger vorgekommen als heute. Doch nun sei der Nebel schon seit Samstag so hartnäckig. «Und laut den Wetterprognosen wird es diese Woche wohl noch ein paar Tage so weitergehen», fügt Michel Scheurer an.

Für die Sicherheit

Manch einer wird sich fragen, weshalb in der heutigen Zeit überhaupt noch gehornt werden muss auf den Seen. Laut der Binnenschifffahrtsverordnung muss jedes Schiff, das nicht auf Sicht anhalten kann, ein Radar an Bord haben und trotzdem die Schallzeichen-Regelung einhalten.

«Wir machen das nicht wegen lustig, es geht um die Sicherheit», sagt Kapitän Scheurer dazu. Es sei schon nicht ganz einfach, ein Schiff durch den Nebel zu steuern. «Das ist eine Konzentrations- und Übungssache und wenn etwas passiert, haben wir den Salat.»

(imü)

veröffentlicht: 10. November 2020 13:54
aktualisiert: 10. November 2020 16:58
Quelle: PilatusToday

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