Durchgangsbahnhof Luzern

«Macht mir Angst»: Emmer Bevölkerung äussert Bedenken

· Online seit 14.06.2023, 13:10 Uhr
Wenn in Luzern der neue Durchgangsbahnhof gebaut wird, hat dies auch Auswirkungen auf die Nachbargemeinden, insbesondere Emmen. Die SBB standen der Bevölkerung am Dienstagabend an einer Infoveranstaltung Red und Antwort.

Quelle: PilatusToday / Anita von Rotz

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«Es ist noch sehr vieles unklar und wage. Vor allem die zusätzliche Lärmbelastung beschäftigt mich und macht mir auch ein wenig Angst», sagt beispielsweise René Marti, der in Emmen gleich neben den Bahngleisen wohnt, nach der Veranstaltung.

Organisiert wurde diese von der Gemeinde Emmen selbst. Rund 40 Personen nahmen daran teil. Andreas Roos, Gemeinderat in Emmen, versucht zu beruhigen: «Das Bundesamt für Verkehr prüft die Lärmschutzverordnungen gut. Daher habe ich keine Bedenken, dass Lärmanordnungen nicht eingesetzt werden würden.»

Noch keine konkreten Pläne

«Würden», weil es am Dienstagabend noch keine konkreten Pläne für den Bahnhof Emmen zu präsentieren gab. Es sind erste Ideen, die im Raum stehen. Bevor der Durchgangsbahnhof in Luzern nicht realisiert sei, geschehe in Emmen noch nichts, hiess es vonseiten SBB. Das sei in rund 20 Jahren der Fall.

Der Durchgangsbahnhof habe klar eine grosse Wirkung auf die ganze Zentralschweiz. Daher sei es den SBB schon jetzt ein Anliegen, den Kontakt mit der Bevölkerung zu suchen. Dass es dabei auch kritische Stimmen wie diese von René Marti gibt, sei sogar erwünscht: «Dieser Austausch ist uns sehr wichtig. Nur gemeinsam können wir das Projekt Durchgangsbahnhof Luzern erfolgreich zum Ziel führen», sagt der stellvertretende Projektleiter des Durchgangsbahnhofs, Marc Manetsch.

Massiv besseres S-Bahn-Netz

Die Vertreter der SBB erklärten am Dienstagabend der Emmer Bevölkerung, was der Gemeinde während dem Bau des Durchgangsbahnhofes bevorsteht und was es nach der Fertigstellung für Vorteile geben kann. «Emmen wird von einem massiv besseren S-Bahn-Netz profitieren. Daher könnte es zukünftig im 15-Minutentakt eine Verbindung nach Luzern geben», so Manetsch.

Zudem sollen die Perrons verlängert werden, damit auch längere Regionalzüge in Emmen halten können. Während der Bauzeit soll das bestehende ÖV-Angebot in Emmen aufrechterhalten werden, versicherten die SBB.

Bevölkerung soll laufend informiert werden

«Schön und gut», findet René Marti. Er sei auch nicht grundsätzlich gegen den Durchgangsbahnhof, jedoch verlange er, dass noch einiges geklärt werden muss. «Die Veranstaltung war aufschlussreich, aber die SBB wissen ja selbst noch nicht wirklich viel.»

Dass vieles noch wage sei, bestätigt auch Gemeinderat Roos. Emmen soll aber zusammenstehen und das Projekt nicht infrage stellen. «Darum wollen wir zusammen mit den SBB die Bevölkerung laufend informieren», so Roos. Konkrete Pläne gibt es, Stand jetzt, also für den Bahnhof Emmen noch nicht. Es bleibt bei Ideen, welche mehrheitlich Anklang in der Bevölkerung finden. Bis diese Ideen konkreter werden, geht es voraussichtlich noch mehrere Jahre.

Das Projekt Durchgangsbahnhof ging vor gut zwei Wochen in die nächste Runde:

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veröffentlicht: 14. Juni 2023 13:10
aktualisiert: 14. Juni 2023 13:10
Quelle: PilatusToday

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