Coronavirus

Neue Omikron-Untervariante: Im Kanton Luzern herrscht wieder Alarmstufe Rot

11. Juni 2022, 07:49 Uhr
Zum ersten Mal seit Mitte März steigt die Inzidenzrate wieder an. Gemäss Dienststelle für Gesundheit und Sport ist das aber kein Grund für zusätzliche Massnahmen.
Im Kanton Luzern steigen die Corona-Fallzahlen. Zusätzliche Massnahmen werden zum aktuellen Zeitpunkt aber nicht getroffen. (Luzern,5. Mai 2021)
© Luzerner Zeitung / Patrick Hürlimann

Auf dem Covid-19 Lagebericht des Kantons Luzern prangen rote Balken: Seit Anfang Monat gilt wieder die «Alarmstufe Rot». Im Verlauf einer Woche sind die bestätigten Fälle um über 80 Prozent gestiegen. Schuld daran habe die neue Omikron-Untervariante BA.5, wie es bei der Dienststelle Gesundheit und Sport (Dige) auf Anfrage der «Luzerner Zeitung» heisst. Die Mutation sorgt aktuell europaweit für steigende Fallzahlen.

Seit der Bund im April die besondere Lage aufgehoben hat, sind die Kantone wieder für die Pandemiebekämpfung zuständig. Gestützt auf die nationale Entwicklung hat der Luzerner Regierungsrat kurz darauf auch die kantonale Verordnung aufgehoben. Seither liegt es an der Dige, die epidemiologische Lage zu beurteilen.

Alarmstufenkonzept ist nicht mehr zeitgemäss

Der Lagebericht des Kantons und seine Kategorisierung in Alarmstufen orientiert sich an der Sieben-Tage-Inzidenz sowie der prozentualen Entwicklung der Fälle in den letzten sieben Tagen. Zahlen, die seit Mitte März nicht mehr so lange im roten Bereich waren wie jetzt.

Der Lagebericht des Kantons und seine Kategorisierung in Alarmstufen orientiert sich an der Sieben-Tage-Inzidenz. Das sei nicht mehr zeitgemäss.

© Keystone

Grund für zusätzliche Massnahmen sei das gemäss der Dige aber nicht: «Das Alarmkonzept stammt aus dem Anfang der Pandemiezeit, als die Durchimpfung noch nicht gegeben und auch eine andere Virusvariante im Umlauf war.» Aussagekräftiger sei die Anzahl an Hospitalisierten sowie jene der beatmeten Covid-Patientinnen und -Patienten auf der Intensivstation, so Dienststellenleiter David Dürr.

Spitaleinweisungen vergleichbar mit letztem Sommer

Sollten sie stark ansteigen, werde die Dienststelle allfällige Massnahmen mit den anderen Zentralschweizer Kantonen und dem Bund abstimmen. Aber: «Das heisst nicht, dass Betriebe von sich aus nicht bereits früher Massnahmen ergreifen können.»

Das Kantonsspital sei für eine potenzielle nächste Welle gerüstet: Bei einer Verschärfung der Situation gebe es genügend Ressourcen für den Non-Covid- und den Covid-Bereich, wie Michael Döring, Leiter Pflege und Soziales, im Mai gegenüber den Medien sagte.

Keinen Handlungsbedarf gebe es bei den Testcentern, denn die Testzahlen betragen aktuell nur 20 bis 30 Prozent jener zur Spitzenzeit: «Wir sehen einen Anstieg der Testzahlen, ein Ausbau der Infrastruktur ist aber vorläufig nicht notwendig», so Dürr. Die Kapazität sei reduziert worden, könne aber jederzeit angepasst werden.

Personal im Contact-Tracing reduziert

Ebenfalls reduziert wurde der Personalbestand im Contact-Tracing. Mit der weggefallenen Isolationspflicht widmet sich das Team vermehrt der Zukunft. Dürr: «Im Rahmen der personellen Möglichkeiten führen wir Backward-Tracings durch, dokumentieren und verbessern die Prozesse.»

Um vorbereitet zu sein auf eine allfällige Zuspitzung erarbeite der Kanton zudem verschiedene Impfszenarien. So seien etwa unterschiedliche Möglichkeiten denkbar, welche Bevölkerungsgruppen geimpft werden sollen.

(Miriam Abt)

Quelle: Luzerner Zeitung
veröffentlicht: 11. Juni 2022 07:32
aktualisiert: 11. Juni 2022 07:49
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