Super League

Playoff-Modus: Luzerner Regierung fordert genügend Planungszeit

4. Oktober 2022, 09:55 Uhr
Die Luzerner Regierung erachtet es als unverhältnismässig, Fussballspiele generell zu verbieten, wenn sie nicht zwei Wochen im Voraus bekannt sind. Dies könnte der neue Playoff-Modus im Schweizer Fussball mit sich bringen. Im Einzelfall schliesst die Regierung allerdings eine Bewilligungsverweigerung aus Sicherheitsgründen nicht aus.
Ein Polizeieinsatz gegen Hooligans im FCL-Stadion: Der neue Meisterschaftsmodus dürfte den Sicherheitsaufwand erhöhen. (Archivbild)
© KEYSTONE/ALEXANDRA WEY
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Als Beispiel führt sie ein zeitliches Zusammentreffen mit anderen Grossanlässen, die ebenfalls einen erhöhten Polizeieinsatz erfordern, auf, wie es in der am Dienstag veröffentlichten Antwort auf ein Postulat von SP-Kantonsparlamentarier David Roth steht. Die Regierung beantragt, das Postulat teilerheblich zu erklären.

Genug Zeit zum Planen gefordert

Der Postulant fordert die Luzerner Regierung auf, dass sie Fussballspiele auf nationalem Niveau mit Zuschauern nur dann bewilligt, wenn die teilnehmenden Mannschaften und die damit verbundenen Risiken mindestens zwei Wochen im Voraus bekannt sind. Die Politik müsse den Fussball-Verantwortlichen frühzeitig die Rahmenbedingungen klarmachen, damit diese planen könnten.

Es sei sicherheitstechnisch ein beträchtlicher Unterschied, ob Luzern gegen Lugano oder Zürich spiele, schreibt Roth in dem Vorstoss. Wegen der neuen Playoffs sei ein enger Zeitplan zu befürchten, sodass die Paarungen erst wenige Tage vor dem Spiel bekannt sein dürften. Die Polizei müsste dafür Personalreserven bereithalten.

Häufung von Risiko-Spielen möglich

Die heisse Phase beginne mit den Playoffs, schreibt die Regierung. Je nach Paarungen und Fristen könne es zu einer Häufung von Spielen mit hohem Risikopotenzial kommen.

Für die Luzerner Polizei könne der neue Modus je nach Tabellensituation des FCL dazu führen, dass für die unbekannten Spielpaarungen nach der Qualifikationsrunde Hochrisikospiele angenommen werden und daher auch genügend Ressourcen bereitgestellt werden müssten.

Grosse Aufgebote belasteten die betroffenen Polizistinnen und Polizisten sowie das Korps und könnten je nach Aufwand im Ordnungsdienst zeitweilig die Grundversorgung einschränken, schreibt die Regierung. Je mehr Zeit vor der Bekanntgabe der Paarungen bis zur Austragung zur Verfügung stehe, desto besser und verlässlicher liessen sich die Aufgebote planen.

Kurzfristige Aufgebote hingegen führten dazu, dass neben einem beträchtlichen administrativen Aufwand vor allem Überstunden geleistet und ausbezahlt werden müssen.

So soll es nun weitergehen

Der zusätzlichen Belastung für die Luzerner Polizei könne nur entgegengewirkt werden, wenn zwischen den jeweiligen Runden eine ausreichende Planungszeit gewährt werde. Falle diese zu kurz aus, müssten Annahmen getroffen werden, welche Planungsunsicherheiten nach sich ziehen.

Es sei geplant, mit den Verantwortlichen der Swiss Football League und den weiteren Beteiligten die Problematik zu besprechen. Damit zumindest die Spieldaten wie bisher frühzeitig und die Zuteilungen der Clubs mindestens 30 Tage im Voraus bekannt seien.

Quelle: sda
veröffentlicht: 4. Oktober 2022 09:52
aktualisiert: 4. Oktober 2022 09:55