Zentralschweiz
Luzern

Sorgen veröffentlichte Radar-Standorte für weniger Bussen?

Zwischenbilanz

Sorgen veröffentlichte Radar-Standorte für weniger Bussen?

27.01.2022, 08:06 Uhr
· Online seit 25.01.2022, 12:34 Uhr
Regelmässig veröffentlicht die Luzerner Polizei die Standorte der semistationären Radaranlagen. Somit sind die Verkehrsteilnehmenden stets «vorgewarnt», wenn sie auf der Strasse unterwegs sind. Doch gibt es dadurch auch weniger Geschwindigkeitsbussen?
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Kurz nicht bei der Sache und schon hat man ein paar Kilometer pro Stunde zu viel auf dem Tachometer. Dann ist es nicht mehr weit bis zur ärgerlichen Blitzerbusse.

Gibt es weniger Bussen durch veröffentlichte Standorte?

Im Frühjahr 2020 hat die Luzerner Kantonsregierung beschlossen, dass die Standorte der semistationären Messanlagen veröffentlicht werden sollen. Im Juli des vergangenen Jahres hat die Polizei die Blitzerstandorte dann erstmals publik gemacht.

Höchste Zeit, nach über einem halben Jahr eine Zwischenbilanz zu ziehen. Wie die Luzerner Polizei auf Anfrage von PilatusToday und Tele 1 mitteilt, hat die Veröffentlichung der Radarstandorte bisher keinen Einfluss auf die Anzahl Geschwindigkeitsübertretungen. Es seien nicht weniger Bussen ausgestellt worden.

Verkehrsteilnehmer müssen jederzeit mit Kontrollen rechnen

Dass die Blitzerstandorte veröffentlicht werden, heisst aber nicht, dass die Verkehrsteilnehmer einen Freipass haben. Die Polizei betont, dass sie zu jeder Tages- und Nachtzeit und im ganzen Kantonsgebiet Tempokontrollen mit mobilen Messanlagen durchführt. Heisst: «Im Kanton Luzern müssen Fahrzeuglenkerinnen und Fahrzeuglenker jederzeit und überall mit Polizeikontrollen rechnen.»

Im ganzen Kanton Luzern gibt es 22 fixe und drei semistationäre Anlagen. Die semistationären Anlagen, deren Standorte jeweils wöchentlich veröffentlicht werden, machen somit nur einen Bruchteil aus.

Jährliches Bussenbudget des Kantons Luzern

Genaue Zahlen zu den Blitzerbussen gibt die Polizei nicht bekannt. «Wir veröffentlichen keine detaillierten Statistiken zu einzelnen Ordnungsbussentatbeständen», sagt Urs Wigger von der Luzerner Polizei. Bekannt seien lediglich die Gesamtbussen der einzelnen Jahre.

So hat die Luzerner Polizei beispielsweise für das Jahr 2020 rund 21 Millionen Franken Bussengelder budgetiert. Rund 19 Millionen Franken seien schliesslich eingenommen worden. Somit wurde das Bussenbudget 2020, wie auch in den Vorjahren, nicht erreicht.

Die Zahlen des vergangenen Jahres liegen noch nicht vor. Sie werden derzeit aufbereitet und nächsten April veröffentlicht.

(zva)

veröffentlicht: 25. Januar 2022 12:34
aktualisiert: 27. Januar 2022 08:06
Quelle: PilatusToday

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