Millionengewinn statt Verlust

Stadt Luzern profitiert 2021 von ausserordentlichen Steuereinnahmen

2. Mai 2022, 12:05 Uhr
Die Coronapandemie hat sich 2021 kaum auf den Finanzhaushalt der Stadt Luzern ausgewirkt. Ausserordentliche hohe Steuereinnahmen haben dafür gesorgt, dass die Rechnung um 74 Millionen Franken besser abschliesst als budgetiert.
Die Luzerner Finanzdirektorin Franziska Bitzi Staub (Mitte) kann erneut einen positiven Rechnungsabschluss präsentieren. (Archivaufnahme)
© KEYSTONE/URS FLUEELER

Über das bessere Ergebnis 2021 hatte die Stadtregierung bereits im Februar informiert, am Montag legte er die detaillierte Rechnung vor. Der betriebliche Aufwand der Stadt Luzern war mit 616,4 Millionen Franken 7,5 Millionen Franken tiefer als veranschlagt, der Ertrag fiel mit 636,5 Millionen Franken um 66,2 Millionen Franken höher aus.

Verrechnet mit dem Finanzergebnis, das wie budgetiert bei rund 31,4 Millionen Franken lag, resultierte ein Plus von 51,4 Millionen Franken. Budgetiert war ein Minus von 22,1 Millionen Franken.

Die Auswirkungen der Pandemie auf die städtische Rechnung seien erfreulich gering geblieben, schreibt die Stadtregierung in seinem Jahresbericht. Der städtische Finanzhaushalt habe zudem von ausserordentlichen Steuereinnahmen profitiert.

Nachträge aus früheren Jahren

Die Steuereinnahmen waren mit 419,6 Millionen Franken 64,3 Millionen Franken grösser als budgetiert. Ein guter Teil der Zunahme entfielt auf Nachträge aus früheren Steuerjahren.

So wurde ein Unternehmen, das 2019 in den Kanton Luzern gezogen war, 2021 für die beiden Vorjahre definitiv veranlagt. Die Firma musste darauf der Stadt Steuernachträge von 24,3 Millionen Franken abliefern. Bei den natürlichen Personen wirkte sich ein grosser Erbschaftsfall für die Stadt positiv auf die Einnahmen aus.

Die Stadt investierte 2021 nicht so viel, wie sie es vorhatte. Netto waren es 47,6 Millionen Franken und damit 21,3 Millionen Franken weniger als budgetiert. Diese Investitionen konnte die Stadt problemlos finanzieren, der Selbstfinanzierungsgrad für 2021 betrug 205 Prozent.

Realistischer Budgetieren

Der Haushalt befinde sich damit im Gleichgewicht, schreibt die Stadtregierung. In den kommenden Jahren zeichneten sich aber strukturelle Defizite ab. Sie habe deswegen zur Konsolidierung des Haushalts das Projekt Elan 22-25 gestartet, damit der Finanzhaushalt ausgeglichen bleibe und die Stadt die geplanten Investitionen tätigen könne.

Elan steht für etappiert, langfristig, ausgewogen und nachhaltig. Ziel sei eine genauere Budgetierung, damit die Unterschiede zwischen Budget und Rechnung weniger gross ausfallen würden, schreibt die Regierung.

Quelle: sda
veröffentlicht: 2. Mai 2022 11:07
aktualisiert: 2. Mai 2022 12:05
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