Corona-Krise

Trotz 1,2 Millionen-Kampagne: Luzern Tourismus bleibt skeptisch

Marcel Jambé, 9. Juli 2020, 10:06 Uhr
Mit einer dreiteiligen «Recovery-Kampagne» will die Luzerner Tourismusbranche aus dem Corona-Loch zurück in die Normalität gelangen. Kostenpunkt: 1,2 Millionen Franken. Dabei setzt man vor allem auf die Gäste aus der Schweiz und dem süddeutschen Raum und lanciert dafür verschiedene Angebote.

Seit Mitte Juni läuft mit dem Adventure-Kalender bereits die erste «Recovery»-Kampagne. Dabei öffnet sich täglich im Internet ein neues virtuelles Türchen, bei dem man jeden Tag eine Ferien- oder Ausflugsaktivität gewinnen kann.

In einem zweiten Schritt ist eine Tell-Pass-Aktion ab Mitte August geplant. Dabei werden 2020 Pässe an Hotelgäste im Kanton verschenkt und es gibt eine «2 für 1»-Aktion bei den Pässen. Diese sind für Bus, Bahn, Schiff und zahlreiche Bergbahnen in der Zentralschweiz gültig.

Im dritten Teil verschenkt die Stadt Luzern ab September bei Hotelbuchungen City-Cards im Wert von 50 Franken. Damit will man einerseits die Übernachtungen und andererseits die lokale Wirtschaft fördern.

Rückgang der Übernachtungsgäste von 62%

Jedoch ist sich Tourismusdirektor Marcel Perren bewusst, dass die inländischen Touristen und jene aus den Nachbarländern das Loch nicht stopfen werden: «Wir rechnen dieses Jahr mit einem Rückgang der Übernachtungsgäste von 62 Prozent.»

Für viele Leistungspartner der Stadt Luzern wird dies ein sehr anspruchsvolles Jahr. Marcel Perren rechnet erst im Frühjahr 2021 mit mehr internationalen Gästen. Eine wirklich nachhaltige Erholung sieht er ab 2022.

Es wird zu mehr Entlassungen kommen

In der Hotelbranche gab es bereits die ersten Entlassungen. Und dies wird es wohl auch in Zukunft noch mehr geben, bestätigt Tourismusdirektor Perren: «Gemäss Umfrage bei der Hotel- und Gastrobranche rechnen rund 20 Prozent der Betriebe mit einem Konkurs.»

Es sei also anzunehmen, dass es in den nächsten Monaten zu weiteren Entlassungen kommen werde, so Marcel Perren.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 8. Juli 2020 17:56
aktualisiert: 9. Juli 2020 10:06