Nach Gerichtsurteil

Verkehrshausdirektor: «Das ist ein Meilenstein»

Andrée Getzmann, 28. April 2020, 16:28 Uhr
Eine Beschwerde gegen das Verkehrshaus wurde abgelehnt.
© KEYSTONE/Urs Flueeler
Mehrere Anwohner wollten, dass die Baubewilligung für ein neues Mehrzweckgebäude auf dem Areal des Verkehrshauses aufgehoben wird. Das Kantonsgericht weist ihre Beschwerde nun ab. Verkehrshausdirektor Martin Bütikofer spricht von einem Meilenstein.

Das Luzerner Kantonsgericht weist die Beschwerde mehrerer Anwohner ab, welche den Bau eines neuen Mehrzweckgebäudes auf dem Areal des Verkehrshauses verhindern wollten. Das bewilligte Bauprojekt entspreche den rechtlichen Anforderungen, wie der Kanton Luzern in einer Mitteilung schreibt. Die Baubewilligung werde deswegen nicht aufgehoben.

Der Entscheid des Kantonsgerichts freut Verkehrshausdirektor Martin Bütikofer: «Das ist wieder ein absoluter Meilenstein», sagt er gegenüber PilatusToday. «Wir haben jetzt fast vier Jahre an einer weiteren Etappe geplant.» Nun wolle man die 30-tägige Frist abwarten, in der die Anwohner ihre Beschwerde theoretisch noch vors Bundesgericht weiterziehen könnten. Da man parallel weitergeplant habe, könnte man nach Ablauf der Frist relativ schnell mit den Bauarbeiten beginnen.

Die Baudirektion der Stadt Luzern hatte die Baubewilligung für den geplanten Ersatzneubau bereits mit dem Entscheid vom 14. Januar 2019 erteilt. Der sechsstöckige Neubau soll die bestehende Halle Schienenverkehr 1 ersetzen.

Büros als Streitpunkt

Die Beschwerdeführer stellten in erster Linie die Zonenkonformität des Bauvorhabens in Frage, weil in den geplanten Obergeschossen Büros und Konferenzräume eingerichtet werden sollen. Diese würden teilweise an Ausstellungspartner und an Dritte vermietet und nicht ausschliesslich durch das Verkehrshaus selber genutzt. Diese Nutzung sei deshalb nicht zonenkonform, so die Beschwerdeführer.

Das Kantonsgericht sah dies jedoch anders. Da wohl nur 15 Prozent der Fläche für diese Räumlichkeiten genutzt werden, sei das Bauvorhaben noch überwiegend zonenkonform. Auch das Orts- und Landschaftsbild sei weder durch die Grösse noch die Proportionen des neuen Gebäudes beeinträchtigt.

Neue Halle mit 600 Quadratmetern Fläche

Im Rahmen des Projekts wird das älteste Gebäude des Verkehrshauses ersetzt. Wer mit dem öffentlichen Verkehr oder mit dem Velo anreist wird künftig direkt von Seite Haldenstrasse her ins Gebäude hinein gehen können. Unter anderem wird es im untersten Stock auf 600 Quadratmetern einen neuen Ausstellungsraum geben. «Das Thema Energie wird hier eine wichtige Rolle spielen», sagt Bütikofer. In den Etagen darüber entstehen neue Büroräume. Zudem könnte im benachbarten Hochhaus, das dringend saniert werden müsse, eine neue Jugendherberge einziehen. 

Von Seiten Verkehrshaus werde man nach wie vor den Dialog mit den Anwohnern suchen. Bütikofer: «Nachbarschaft gilt es zu pflegen und da werden wir unseren Beitrag leisten.»

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 28. April 2020 11:46
aktualisiert: 28. April 2020 16:28