Altersvorsorge

Versicherte der Stadtluzerner Pensionskasse müssen mehr einzahlen

20. September 2022, 12:23 Uhr
Weil der Pensionskasse der Stadt Luzern (PKSL) das Geld auszugehen droht, will sie den Umwandlungssatz senken. Für die Angestellten der Stadt Luzern und die Stadt selber hat dies höhere Beiträge zur Folge, um negative Auswirkungen auf die Renten abzufedern.
Angestellte der Stadt Luzern müssen künftig mehr in die zweite Säule einzahlen.
© KEYSTONE/URS FLUEELER

Weil die Menschen länger leben, beziehen sie auch länger Geld aus der Altersvorsorge. Bei der PKSL hat das mittlerweile zu einem Verlust von 9,3 Millionen Franken jährlich geführt, wie die Luzerner Stadtregierung am Dienstag mitteilte. Um Abhilfe zu schaffen, revidiert sie das Finanzierungsreglement der Pensionskasse.

Diese zählt heute über 3700 aktive Versicherte und rund 2300 Rentenbeziehende. Neben der Stadt Luzern versichern etwa auch ewl, vbl und Viva Luzern ihr Personal bei der PKSL.

Die Entwicklung der fehlenden Mittel ist nicht neu. Zuletzt hatte die Kasse 2017 den Umwandlungssatz von 6,2 auf 5,7 Prozent gesenkt. Der Umwandlungssatz gibt an, welcher Anteil des angesparten Altersguthabens nach der Pensionierung ausbezahlt wird. Sinkt er, sinken auch die Renten.

Neu 5 Prozent

Wie die Stadtregierung in ihrem Antrag ans Parlament festhält, will sie den Satz zur Stabilisierung der Kasse auf 5 Prozent senken. Ziel sei es, auch künftig rund 60 Prozent des zuletzt versicherten Lohns nach der Pensionierung als Rente auszahlen zu können.

Damit dies trotz tieferem Umwandlungssatz gewährleistet ist, müssen die Altersguthaben steigen. Dazu sollen einerseits die Arbeitnehmer und Arbeitgeber einen höheren Beitrag leisten. Der pensionskassenpflichtige Teil des Lohnes wird deshalb erhöht.

Für die Stadt Luzern bedeutet dies eine höhere Beitragslast von rund 1,1 Millionen Franken pro Jahr. Auf die Arbeitnehmenden kommt eine Mehrbelastung je nach Alter und Einkommen zwischen 240 und 720 Franken pro Jahr zu. Die Stadtregierung werde dies bei der Lohnentwicklung berücksichtigen, hält sie im Bericht fest.

Ausgleichsgutschriften

Höhere Beiträge sind indes bloss die halbe Miete und reichen nicht aus, um die Renteneinbussen vollkommen zu kompensieren. Aus diesem Grund bezahlt die Pensionskasse selber Ausgleichsgutschriften, um das Altersguthaben auf den nötigen Stand zu bringen. Diese fallen je nach Alter unterschiedlich aus, weil älteren Personen weniger Zeit zum Einzahlen bleibt bis zur Pensionierung.

Die Gesamtkosten für diese Massnahme betragen 71,2 Millionen Franken. Die PKSL hat dafür Rückstellungen getätigt und kann dies daher selber bezahlen. Trotz Abfederungsmassnahmen liegt der Grossteil der Renteneinbussen bei 1 bis 5 Prozent. Das neue Reglement soll auf 2023 in Kraft treten.

Quelle: sda
veröffentlicht: 20. September 2022 12:23
aktualisiert: 20. September 2022 12:23
Anzeige