Corona-Massnahme

Pilatus Flugzeugwerke messen neu die Körpertemperatur

12. August 2020, 13:56 Uhr
Ab sofort messen die Pilatus-Flugzeugwerke allen 2'200 Mitarbeitenden die Körpertemperatur.
© Pilatus Flugzeugwerke AG
Im Kampf gegen das Coronavirus messen immer mehr Firmen und Veranstalter ihren Mitarbeitenden und Besuchern die Körpertemperatur. Darunter auch die Pilatus Flugzeugwerke oder der FC Luzern. Der Nutzen des automatischen Fiebermessens ist aber umstritten.

Ab sofort messen die Pilatus Flugzeugwerke in Stans allen 2'200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Körpertemperatur. Zudem wird jeder Zutritt fotografiert. Wie die NZZ am Mittwoch schreibt, können sie sich dagegen nicht wehren und die Daten werden 14 Tage lang gespeichert. Dasselbe gelte für Kunden und Besucher der Firma. Bei einer Temperatur über 37,7 Grad werde individuell nachgemessen, wird ein Sprecher zitiert. Fallen die Werte erneut zu hoch aus – oder wehrt sich jemand gegen die Messung oder die Aufnahme – müsse er oder sie heim.

Messungen auch bei Unilever in Steinhausen

Die Pilatus Flugzeugwerke stehen mit ihrer Massnahme nicht alleine da. Gemäss der NZZ messen immer mehr Firmen und Veranstalter die Körpertemperatur ihrer Mitarbeitenden oder auch Besuchern. Auch der weltweit tätige Nahrungsmittelkonzern Unilever bestätigt gegenüber der NZZ den Aufbau eines Temperaturmessnetzes. In der Schweiz sind demnach 250 Mitarbeitende an den Standorten in Thayngen SH und Steinhausen ZG davon betroffen. Unilever zeichnet jedoch weder Bilder noch Daten auf. Nun sollen die Systeme aber automatisiert werden.

Massnahme mit umstrittener Wirkung

Bereits seit Ausbruch des Coronavirus ist Fiebermessen ein verbreitetes Mittel, um die Pandemie an Flughäfen und Grenzübertritten oder in Einkaufszentren und Spitälern einzudämmen. Allerdings ist die Massnahme respektive deren Wirkung zur Eindämmung der Pandemie umstritten. So gibt es bislang auch keine offizielle Empfehlung der Schweizer Behörden zum Temperaturmessen.

Eishockey ja - Fussball Nein

Auch an Sportanlässen ist Besuchern bereits die Temperatur gemessen worden. So hat in der Schweiz etwa der FC Luzern laut NZZ an sieben Meisterschaftsspielen automatische Infrarot-Wärmebild-Systeme eingesetzt. Die Tests seien positiv verlaufen und hätten den Zugang zum Stadion beschleunigt. Ob der Club das System definitiv einführen wird, hänge von den Kosten und den Auflagen des Fussballverbands ab.

Anders als im Eishockey, wo die Liga Temperaturmessungen am Stadioneingang in ihrem Rahmenschutzkonzept explizit empfiehlt, wird es im Fussball wohl keine entsprechende Empfehlung geben. So begründet ein Liga-Sprecher, nach Rücksprache mit dem Bundesamt für Gesundheit, dass man im Fussball Fiebermessen bei den offenen Stadien nicht als zielführend erachte.

(sat)

Quelle: CH Media
veröffentlicht: 12. August 2020 07:44
aktualisiert: 12. August 2020 13:56