Wegen Konzernverantwortungsinitiative

Reformierte Kirche Nidwalden schmeisst Kirchenblatt-Journalist raus

11. November 2020, 18:25 Uhr
Die Konzernverantwortungsinitiative sorgt in der Evangelisch-Reformierten Kirche des Kantons Nidwalden zu einem Konflikt. (Symbolaufnahme)
© KEYSTONE/JEAN-CHRISTOPHE BOTT
Die Evangelisch-Reformierte Kirche Nidwaldens hat die Auslieferung ihres jüngsten Mitteilungsblattes gestoppt und den verantwortlichen Redaktor fristlos freigestellt. Hintergrund war eine geplante Berichterstattung über die Konzernverantwortungsinitiative.

Der Journalist Thomas Vaszary betreute seit sechs Jahren die «Kirchen-News» der Evangelisch-Reformierten Kirche Nidwalden. Wie er in einem Brief an die Medien schreibt, führte eine geplante Berichterstattung über die Konzernverantwortungsinitiative zum Zwist mit dem Kirchenrat. Dieser intervenierte und stoppte, als sich Vaszary die Einmischung nicht gefallen liess, die Auslieferung der Novemberausgabe.

Der Kirchenrat begründete sein Vorgehen in einem Brief an die Kirchenmitglieder damit, dass «Kirchen-News» ein Informationsblatt über Aktivitäten und Veranstaltungen der Kirche sei, aber kein Medium zur Verbreitung politischer Statements, wie es im Bericht der CH Media-Medien hiess.

Vaszary schrieb am Mittwoch, dass der Kirchenrat mit seiner Aktion über die Statuten hinwegsetze und gegen die Meinungsfreiheit verstosse. «Zensur in der Kirche», findet der Journalist. 

Tatsächlich steht in den öffentlichen Statuten, dass sich die «Kirchen-News» auch politischen Themen annehmen sollen und ein offenes Forum für verschiedene Meinungen seien. Im geplanten Bericht hätten Befürworter und Gegner der Initiative zu Wort kommen sollen. 

+++ Update folgt +++

Quelle: sda
veröffentlicht: 11. November 2020 17:35
aktualisiert: 11. November 2020 18:25