Coronavirus

Nimmt häusliche Gewalt nun zu?

Chantal Herger, 31. März 2020, 09:55 Uhr
In der aktuellen Situation könnten sich die Fälle von häuslicher Gewalt häufen. (Symbolbild)
© Keystone
Die aktuelle Situation ist für alle aussergewöhnlich. Vor allem für Betroffene von häuslicher Gewalt könnte sich die Lage dramatisch zuspitzen.

Im Moment sei es ruhig, erzählt Evelyne Marciante von der Opferberatung der Kanton Schwyz und Uri. Die Personen, die sich in den vergangenen drei Wochen gemeldet hätten, seien bereits aktenkundige Fälle gewesen. Eine Zunahme aufgrund des Coronavirus habe man bisher noch nicht gespürt. Und dennoch rechnet die Opferberatungsstelle mit mehr Anfragen. Indikator dafür sei der Kanton Zürich, wo der Anstieg bereits spürbar sei.

Wenn Streit und Gewalt zum Alltag gehören

Marciante betont, dass die Corona-Krise die Situation zwar verschärfe, aber wohl nicht der eigentliche Auslöser der häuslichen Gewalt sei. Oftmals herrschen in einer Paarbeziehung bereits Schwierigkeiten, Streit und Gewalt würden zum Alltag gehören.

Hinzu käme aktuell die Angst um den Job und der Kurzarbeit. Wenn die Kinder zusätzlich zu Hause in Fernunterricht sind, wird die Situation für Betroffene nicht leichter. Auch wer nie Strategien gelernt hat, mit solch einer Situation umzugehen, ist gefährdet.

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Quelle: PilatusToday

Die Gefahr ist gross, dass beim nahen Aufeinandersein bereits kleine Unstimmigkeiten das Fass zum Überlaufen bringen. Die Wut staue sich auf und die Wohnsituation lasse keine Ausweichmöglichkeiten zu.

Schnell Hilfe holen

Wichtig ist, laut Marciante, dass sich die Betroffenen so schnell wie möglich Hilfe holen. Wobei sie betont, dass jeder Zeitpunkt richtig ist. Also lieber irgendwann melden, als nie. Doch der erste Schritt stelle sich immer als der schwierigste heraus. Man muss zugeben, dass man Probleme hat und extern Hilfe holen. Dazu brauche es viel Mut.

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Strategien gegen häusliche Gewalt

Nicht nur die Hilfestellung nach einem Akt der häuslichen Gewalt ist von grosser Bedeutung. Häuslicher Gewalt könne auch präventiv entgegengewirkt werden. Dazu müssen beide Parteien bereit sein, respektvoll miteinander zu kommunizieren und ruhig zu bleiben.

Wenn die Situation zu eskalieren droht, empfehle es sich, auseinanderzugehen. Dazu hat die Opferberatung zusammen mit dem Dachverband Männer- und Väterorganisationen ein Survival-Kit erstellt. Darin werden Strategien vorgestellt, wie man seine Wut zügeln und sich beruhigen kann.

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veröffentlicht: 30. März 2020 19:51
aktualisiert: 31. März 2020 09:55