Engelberg

«Genau der Kick, den ich noch brauchte»: Alessia Bösch gibt Comeback bekannt

01.03.2024, 13:40 Uhr
· Online seit 01.03.2024, 11:51 Uhr
Der Druck wurde zu gross. Zwei Jahre kein Training, kein Torfahren, gar nichts. Jetzt ist aber Schluss, denn die Liebe zum Skifahren lässt Alessia Bösch nicht los. Nun gibt sie ihr Comeback bekannt. Realistisch, aber mit voller Motivation möchte die Engelbergerin zurück auf die Piste.
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Alessia Bösch gibt ihr Comeback im Leistungssport. Die vierfache U18- und zweimalige U21- Schweizermeisterin möchte zurück auf die Skipiste. Das, nachdem sie eine zweijährige Sportpause eingelegt hat.

Karriereende wegen zu viel Druck

Zusammen mit ihrer besten Freundin Delia Durrer absolvierte Alessia Bösch die Sportschule in Engelberg. Dort träumten die beiden Alpinskifahrerinnen von ihren Karrieren auf den Skiern. Für Alessia Bösch platzt dieser Traum jedoch früher als geplant.

«Der Rücktritt kam für alle überraschend, ausser für mich». Im Dezember 2021 hing die damals 18-Jährige ihre Karriere an den Nagel. Das aus mehreren Gründen. «Per se hatte es nichts mit dem Skifahren zu tun. Dazumal war ich im Maturajahr in Engelberg, habe mir selbst viel Druck im Skifahren gemacht und dann wurde mein Vater auch noch unerwartet krank», so Alessia Bösch. Die Diagnose ihres Vaters kam sehr plötzlich und hätte sie und ihre Familie komplett erschüttert.

Der Engelbergerin wurde es zu viel und sie wusste, dass es Zeit war, die Handbremse zu ziehen. «Ich musste mich entscheiden, wo meine Prioritäten lagen.»

Weg von den Problemen

Nach der Matura und ohne Druck vom Leistungssport stand der Engelbergerin die Welt offen. Zusammen mit ihrer Schwester reiste sie nach Bali. Eigentlich waren nur zwei Wochen Urlaub geplant. Weil ihr der Abstand aber gut tat, entschied sich die heute 20-Jährige, ihren Rückflug zu stornieren und auf Reisen zu gehen. «Ich bin darauf los gereist und hatte keinen Plan, wohin oder wie lange. Ich habe mir gedacht, ein Flug zurück geht immer und von überall.»

Drei Monate lang reiste Alessia Bösch durch Asien und lebte einen komplett neuen Lifestyle: Mit dem Rucksack von Hostel zu Hostel und den ganzen Tag surfen. Zwei Tage nach der Ankunft in der Schweiz fing sie ihr Praktikum bei Swissski an. Wieder ein Schritt in Richtung Leidenschaft.

«Genau der Kick, den ich noch brauchte» 

Dies genügte ihr jedoch nicht. Die Sehnsucht nach dem Leistungssport war zu gross. Alessia Bösch gab ihr Comeback bekannt.

Nun heisst es: Organisation pur. Momentan hat die 20-Jährige weder Kaderstatus, noch ist sie Teil eines Verbands und hat auch keine Sponsoren. Das seien alles wichtige Faktoren im Skisport. Sogar die Ski wachst Alessia jetzt selbst. Obwohl sie von morgens bis abends gefordert ist, bereitet es ihr einen Riesenspass. Auch an der Unterstützung fehle es ihr nicht. «Ich bin wirklich von allen Seiten positiv überrascht worden. Es ist schön zu sehen, wie viele Menschen mir unter die Arme greifen wollen, damit ich möglichst schnell den Anschluss wieder finde.»

Ihre grösste Unterstützung sei jedoch Delia Durrer. Die beiden Alpinfahrerinnen sind seit Jahren beste Freundinnen. Als Alessia Bösch ihr von der Sehnsucht nach dem Sport erzählte, sagte Delia Durrer: «Probiere es, probiere es!» «Das war genau der Kick, den ich noch brauchte», sagt die Engelbergerin.

Ihr ist bewusst, dass der Weg nicht einfach wird. Jedoch ist sie motiviert, nach ihrer zweijährigen Pause wieder Vollgas zu geben. «Ich bin so motiviert und traue es mir darum zu wieder an den Punkt zu kommen, wo ich mal war. Ich brauche Zeit und diese werde ich mir auch geben.»

veröffentlicht: 1. März 2024 11:51
aktualisiert: 1. März 2024 13:40
Quelle: PilatusToday

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