Obwalden

Nach Feuerwerksunglück muss Kiesunternehmen vorderhand mit einem Nauen weniger auskommen

5. August 2022, 11:39 Uhr
Beim Vorfall am Nationalfeiertag wurde ein Nauen der Firma Fanger stark beschädigt. Noch ist unklar, ob er repariert werden kann.
So sieht der zerstörte Nauen nach dem 1. August-Feuerwerk aus.
© Kantonspolizei Obwalden

Es ist kein schöner Anblick. Feuer und Explosion des misslungenen 1.-August-Feuerwerks auf dem Sarnersee haben dem Nauen Steinrose stark zugesetzt, schreibt die «Luzerner Zeitung». Die Fenster der Schiffsführerkabine sind geborsten, die Wände geschwärzt. Die Ladebrücke ist mit Resten abgebrannter Feuerwerkskörper übersät.

«Wir sind zurzeit am Abklären, ob wir den Nauen wieder in Stand stellen können», sagt auf Anfrage Fredy Fanger, Verwaltungsratspräsident und Miteigentümer der Fanger Kies+Beton AG. Auch über die Schadenshöhe könne er noch keine Angaben machen.

Mehrere Nauen auf dem Sarnersee brannten nach Explosion von Feuerwerk nieder.

© PilatusToday

Die Sachsler Firma ist Eigentümerin der beiden Nauen Steinrose und Schiller. Diese befördern das Kies an Land, das die Schwimmbagger im Delta Dreiwässerkanal bei Giswil und beim benachbarten Mündungsdelta Steinibach und Gerisbach ausbaggern. Dies passiert auch im Auftrag des Kantons als Hochwasserschutzmassnahme.

Nun fällt die grössere der beiden Nauen, die «Steinrose», die 100 Tonnen transportieren kann, mindestens für die nächsten Monate aus. Der ganze Kiestransport muss mit der kleineren Schwester, der «Schiller» mit einer Tragkraft von 70 Tonnen, bewältigt werden, die nur minim beschädigt wurde. «Den Kiesbetrieb können wir vorderhand schon aufrechterhalten mit nur einem Nauen», sagt Fredy Fanger dazu.

Schiffsführer arbeitet wieder

Die Firma Fanger stellt immer wieder ihre Nauen für Anlässe zur Verfügung. So wurde die «Schiller» während Jahren auch zum Sarner Filmschiff. Endet damit dieses gemeinnützige Engagement nach diesem Vorfall? «Das entscheide ich nicht von heute auf morgen. Wichtig ist für mich dabei auch die Frage, wie es zu diesem Feuerwerksunfall kam und wie die Versicherung sich dazu stellt.»

Doch klar sei, dass es immer ein Restrisiko gebe. Glück im Unglück hatten auch die beiden Schiffsführer. «Der eine hatte danach ein leichtes Ohrensausen und arbeitet jetzt bereits wieder.»

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Quelle: PilatusToday / Anita von Rotz

Auf den zwei aneinander gebundenen Güterschiffen war ein 25-minütiges Feuerwerk geplant gewesen. In den ersten Minuten nach dem Beginn gab es eine Störung, was Explosionen und einen Brand auslöste. Das Feuerwerk wurde nicht vollständig abgebrannt.

Im Einsatz standen die Stützpunktfeuerwehr Sarnen, der Rettungsdienst, die Schweizerische Lebensrettungsgesellschaft, das Forensische Institut Zürich, die Staatsanwaltschaft und die Kantonspolizei Obwalden. Die Güterschiffe waren rund 300 Meter vom Ufer entfernt, daher seien die Zuschauer nicht gefährdet gewesen, schreibt die Polizei. Die Ermittlungen dauern gemäss Polizei an.

Luzerner Zeitung/Matthias Piazza

Quelle: Luzerner Zeitung
veröffentlicht: 5. August 2022 11:20
aktualisiert: 5. August 2022 11:39
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