Machbarkeitsstudie

Verbindung von Engelberg-Titlis, Frutt und Hasliberg würde sich lohnen

27. Mai 2020, 20:46 Uhr
Ein Zusammenschluss der Skigebiete würde wohl nicht nur die Wintersportler freuen, sondern hätte auch wirtschaftliches Potenzial.
© www.meiringen-hasliberg.ch
Die drei Tourismusregionen Engelberg-Titlis, Melchsee-Frutt und Meiringen-Hasliberg könnten von einer Verbindung profitieren. Eine Machbarkeitsstudie zeigt, dass die Gebiete ihre Gästezahlen mit einer gemeinsamen Erlebnisregion konstant halten könnten.

Besonders dem Wintertourismus würde eine Verbindung der Infrastruktur zugutekommen. Laut der Machbarkeitsstudie ermöglicht der Zusammenschluss insbesondere, die Anzahl der Gäste konstant zu halten bzw. keine weiteren zu verlieren. Damit würden die Voraussetzungen für die langfristige Existenzsicherung der Bahnbetriebe und der drei beteiligten Tourismusregionen geschaffen, heisst es in der Mitteilung des Kantons.

Mehr Logiernächte erwartet

„Die Verbindung der drei Tourismusgebiete ermöglicht nur ein relativ kleines Wachstum der Skierdays in der Region. Ein grosses Potenzial für die ganze Region bietet hingegen die zu erwartende Zunahme der Logiernächte“, erklärt der Obwaldner Regierungsrat Daniel Wyler. Unter Skierdays versteht man Gäste, die an einem Tag das erste Mal eine Liftanlage nutzen. Auch bei mehrmaliger Beförderung wird pro Gast somit nur ein Skierday berechnet.

Des Weiteren hätten schon Erkenntnisse aus anderen Skigebieten gezeigt, dass eine Verbindung von Skigebieten für Übernachtungsgäste sehr attraktiv ist. Gebietsverbindungen in Österreich beispielsweise führten dazu, dass diese rund 15 bis 25 Prozent mehr Logiernächte generierten. Gemäss dem Bericht könnten sie in Engelberg von 48 Prozent auf 57 Prozent steigen.

Gute Voraussetzungen für eine erfolgsversprechende Verbindung

Insgesamt zeigt die Machbarkeitsstudie gemäss dem Kanton auch, dass Engelberg-Titlis, Melchsee-Frutt und Meiringen-Hasliberg gute Voraussetzungen für eine erfolgversprechende Verbindung aufweisen. Gründe dafür sind die im Verhältnis geringe Grösse der Einzelgebiete, die Abwechslung in Bezug auf die vorhandenen Pisten und die Sonnen- und Schattenverhältnisse sowie das Potenzial für eine bessere Auslastung der Betten.

Preiserhöhung nicht geplant

Was der Zusammenschluss für Auswirkungen auf die Preise hat, wurde ebenfalls untersucht. Gemäss der Untersuchung hätten der Vergleich mit der Entwicklung der Preise und der Pricingmodelle anderer Destinationen klar gezeigt, dass die heutigen Preise kaum erhöht werden können. Hingegen würden Infrastrukturprojekte bzw. eine Vergrösserung der Skigebiete dazu beitragen, dass die Preise wegen des Mehrwerts für die Gäste besser gehalten werden können.

Die drei Gebiete Engelberg-Titlis, Melchsee-Frutt und Meiringen-Hasliberg verzeichnen aktuell zusammen rund 880 000 Skierdays. 35 Prozent davon fallen auf Saisonkarten, 38 Prozent auf Tageskarten und 27 Prozent auf Mehrtageskarten. Als Folge einer Skigebietsverbindung wird prognostiziert, dass die Skierdays im Durchschnitt für alle drei Gebiete um 5,8 Prozent wachsen und der Verkehrsertrag um rund 2 Millionen Franken steigen würden.

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Quelle: PilatusToday

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 27. Mai 2020 11:47
aktualisiert: 27. Mai 2020 20:46