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Alpnach

Wegen Wassereinbruch: Bohrarbeiten am Stollen gestoppt

9. Juni 2021, 19:46 Uhr
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Quelle: PilatusToday

Beim Bau des Hochwasserentlastungsstollens zwischen Alpnach und Sachseln ist es wegen eines Zwischenfalls zu einer Überschwemmung gekommen. Wegen des Wassereinbruchs mussten die Arbeiten vorübergehend eingestellt werden.

Der Vorfall habe sich bereits am 19. Mai ereignet, teilte die Obwaldner Staatskanzlei am Mittwoch mit. Es seien rund 200 Liter Wasser pro Sekunde in den Tunnel geflossen. Analysen hätten gezeigt, dass der Wassereinbruch mit dem Wichelsee verbunden ist.

Die Ingenieure nahmen in der Folge Entlastungsbohrungen am Rande des Tunnelprofils vor. Somit kann das Wasser hinter dem Bohrkopf aufgefangen und in Richtung Auslaufbauwerk nach Alpnach geleitet werden.

Havarie-Pumpen befördern das Wasser in die Sarneraa. Es sei daher mit Trübungen im Fluss zwischen dem Wichelsee und dem Alpnachersee zu rechnen, heisst es in der Mitteilung. Am Mittwoch werde der Vortrieb wieder aufgenommen.

Auswirkungen unklar

Nach dem Start der Bohrarbeiten im Januar hat die Bohrmaschine etwas über einen Kilometer zurückgelegt. Sie befindet sich derzeit rund 200 Meter vom Wichelsee entfernt und sechs Meter unter dem Wasserspiegel. Laut dem Obwaldner Baudirektor Josef Hess (parteilos) musste mit einem solchen Ereignis gerechnet werden. Wie sich der Wassereinbruch auf die Kosten und den Zeitplan auswirkt, sei noch nicht klar.

Das Hochwasserschutzprojekt dürfte gemäss aktuellen Schätzungen der Kantonsregierung über 144 Millionen Franken kosten. Kernstück ist der Entlastungsstollen, der über eine Länge von 6,5 Kilometern von Sachseln am Sarnersee bis unterhalb des Wichelsees bei Alpnach führt. Der Durchschlag in Sachseln war für den Sommer 2022 erwartet worden.

Quelle: sda
veröffentlicht: 9. Juni 2021 09:30
aktualisiert: 9. Juni 2021 19:46