1. August-Brunch

Schweizer Tradition: Ein Brunch am Nationalfeiertag bleibt beliebt

Vanessa Zemp, 30. Juli 2022, 06:04 Uhr
Schweizweit organisieren dieses Jahr 280 Bauernhöfe einen 1. August-Brunch, 30 davon in der Zentralschweiz. Nach der Coronapandemie hat sich diese Zahl nun wieder erholt. Doch wie beliebt ist dieses Angebot überhaupt noch?
Der 1. August-Brunch bleibt eine beliebte Schweizer Tradition.
© Schweizer Bauernverband

Goldbraune Rösti mit Spiegeleiern, Bauernbrot mit hausgemachten Konfis und einen Streichelzoo für die Kinder. All das erwartet Besucherinnen und Besucher kommende Woche auf dem Hof Hintertann in Oberägeri. «Wir feiern dieses Jahr unser Jubiläum. Seit 30 Jahren organisieren wir einen 1. August-Brunch auf unserem Hof», so der Hofbesitzer Franz-Josef Wyss-Iten.

2001 hat er mit seiner Frau Andrea Wyss-Iten den Hof seiner Eltern übernommen. «Der 1. August ist ein aufwendiger Tag, doch wir wollten diese Tradition unbedingt weiterführen.» Da sie auf dem Hof das ganze Jahr über einen Partyraum bewirtschaften und «schlafen im Stroh» anbieten, stehe ihnen die ganze Infrastruktur bereits zur Verfügung. Räumlichkeiten, Tische und Stühle oder auch das Geschirr. «Die Nachfrage ist gross. Zum Glück unterstützen uns an diesem Tag jeweils 20 Helferinnen und Helfer», so Wyss-Iten. Insgesamt bieten wir Platz für rund 300 Personen.

Das Angebot hat sich nach der Corona-Pandemie wieder erholt

Dass der Brunch ein beliebtes Angebot ist, bestätigt auch Sarah Fellmann, Projektleiterin 1. August-Brunch beim Schweizer Bauernverband. «Die Höfe sind Wochen vor dem Brunch ausgebucht.» Aufgrund der Coronapandemie konnte der Brunch in den vergangenen zwei Jahren für die Betriebe nur unter erschwerten Bedingungen stattfinden. «Umso mehr freuen wir uns, dass die Zahl der Gastgeberhöfe von knapp 200 während der Pandemie auf nun 280 gestiegen ist.» Ausserdem hätten sich einige Gastgeberfamilien dank sonniger Wettervorhersagen spontan entschieden, Platz für noch mehr Gäste anzubieten.

Auch Touristen sind an dieser Tradition interessiert

Auch der Hof Hintertann in Oberägeri habe heutzutage mehr Besucherinnen und Besucher als auch schon. «Vor einigen Jahren war dieser Anlass noch sehr familiär», so Wyss-Iten. «Heutzutage begrüssen wir auch einige Touristen sowie Besucherinnen und Besucher aus der ganzen Schweiz. Dieser Tag bietet tolle Möglichkeiten, neue Kontakte zu knüpfen und anderen unsere Tradition näher zu bringen.»

Bleibt die Tradition des 1. August-Brunchs immer noch dieselbe?

Zwar habe sich die Gesellschaft in den letzten 30 Jahren verändert, das Ziel des 1. August-Brunchs bleibe aber praktisch unverändert, so Fellmann. «Mit dem 1. August-Brunch sollen die Beziehungen zwischen Stadt und Land gepflegt werden und das Vertrauen in die einheimische Landwirtschaft gestärkt werden.» Ausserdem wolle man den Konsumenten zeigen, woher die Lebensmittel stammen und was überhaupt brauche, ein solches Angebot bereitzustellen.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 25. Juli 2022 09:42
aktualisiert: 30. Juli 2022 06:04
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