Zentralschweiz

Spitäler spüren steigende Zahlen: Maskenpflicht teilweise wieder eingeführt

29. Juni 2022, 06:48 Uhr
Die steigenden Coronazahlen zwingen Spitäler zum Handeln. So gilt im St. Anna und im Zuger Kantonsspital seit letzter Woche wieder die Maskenpflicht sobald Patientenkontakt besteht. Auch das Luzerner Kantonsspital prüft eine Maskenpflicht.
Im Zuger Kantonsspital besteht die Maskenpflicht bei Patientenkontakt.
© Zuger Kantonsspital AG

Seit Anfang Juni besteht im Kanton Luzern wieder «Alarmstufe Rot», was die Coronalage betrifft. Grund dafür ist die neue Omikron-Untervariante BA.5: Sie bringt die Inzidenzrate zum ersten Mal seit März wieder zum Steigen. Das spüren nun auch Spitäler in der Zentralschweiz. Deshalb reagieren sie teilweise mit der Wiedereinführung von Massnahmen gegen das Virus – zum Beispiel mit der Maskenpflicht. Bei drei der Spitäler haben wir nachgefragt, wie die aktuelle Lage bezüglich Coronamassnahmen aussieht.

Klinik St. Anna: deutliche Zunahme an Spitaleintritten von Corona-Patienten

Die Hirslanden Klinik St. Anna bestätigt, dass die Maskenpflicht seit letzter Woche wieder gilt. Auslöser für die erneute Einführung sei die Verbreitung des Coronavirus sowie insbesondere die höheren Zahlen von Hospitalisationen, sagt Romeo Degiacomi, Leiter Kommunikation und Mediensprecher der Klinik: «Bei uns im St. Anna stellten wir innert weniger Tage eine deutliche Zunahme an Spitaleintritten von COVID-19 infizierten Patientinnen und Patienten fest. Deshalb mussten wir unsere geltenden Massnahmen überprüfen.»

Mit dem Tragen von Masken sollen nun nicht nur die Patientinnen und Patienten geschützt werden. Auch jene, die sich einer Behandlung oder Untersuchung im Spital unterziehen lassen sowie Mitarbeitende sollen vor Ansteckungen im Spitalumfeld geschützt werden. Betroffen von der Maskenpflicht sind dementsprechend alle Bereiche mit Patientenkontakt. Ebenso müssen sich die Besucherinnen und Besucher an die Regelung halten.

«Erste Erfahrungen zeigen, dass die eingeführten Massnahmen wirkungsvoll sind»

Ob weitere Massnahmen eingeführt werden, hänge stark von der weiteren Entwicklung der epidemiologischen Situation ab. «Dabei analysieren wir auch die Zahl der Hospitalisationen, den Krankheitsverlauf sowie die Ausfälle von Mitarbeitenden», so Degiacomi. Welche Massnahmen in Zukunft genau umgesetzt werden würden, hängt von der weiteren Entwicklung ab und wird durch die St. Anna-Fachpersonen laufend beurteilt.

Zuger Kantonsspital hat Maskenpflicht in direktem Patientenkontakt

Auch das Zuger Kantonsspital (ZGKS) bestätigt auf Nachfrage, dass bei ihnen die Maskenpflicht teilweise wieder eingeführt wurde. Seit dem 22. Juni gilt die Massnahme wieder für Besucherinnen und Besucher im Patientenzimmer sowie für Mitarbeitende und Patienten im direkten Patientenkontakt. Das heisst während der Behandlung und der Sprechstunde. Diese Regelung gilt auch für Begleitpersonen. Ausserdem müssen alle, die das Spital betreten und Covid-19 Symptome zeigen, eine Maske tragen.

Laut Sonja Metzger, Leiterin Marketing des Zuger Kantonsspitals, sitze das interdisziplinäre Covid-19-Kernteam in regelmässigen Abständen zusammen und beurteilt die Lage von neuem. Die Corona-Schutzmassnahmen würden der jeweiligen Pandemielage angepasst, so Metzger. Für Besucherinnen und Besucher sind die aktuellen Regelungen hier abrufbar.

Luzerner Kantonsspital hat noch nicht entschieden

Anders sieht es momentan im Luzerner Kantonsspital (Luks) aus. Es prüft laufend die Massnahmen gegen die Verbreitung des Coronavirus und diese würden allenfalls auch angepasst werden. Zu diesen Massnahmen gehört auch die Maskentragepflicht, schreibt das Spital auf Nachfrage. Bisher wurde jedoch noch keine Wiedereinführung beschlossen. Bei anstehenden Anpassungen werde das Luks informieren.

Quelle: Luzerner Zeitung
veröffentlicht: 29. Juni 2022 06:49
aktualisiert: 29. Juni 2022 06:49
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