Widerstand

Uferweg am Baldeggersee wird nicht vollständig realisiert

· Online seit 27.01.2024, 08:57 Uhr
Der Seerundweg soll zwar gebaut werden, auf einem kurzen Abschnitt soll aber weiterhin der ursprüngliche Trampelpfad bestehen. Dies aufgrund von Einsprachen der Grundstückeigentümer. Für den Unterstützerverein des Uferwegs ist das unverständlich. Er will sich nun auflösen.
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Schon mehr als 50 Jahre lang existiert die Idee, den Baldeggersee auf einem Wanderweg umrunden zu können. Mittlerweile liegt ein bewilligungsfähiges Baugesuch vor und die Finanzierung ist gesichert. Ursprünglich sollte entlang des Westufers ein durchgehender Seerundweg gebaut werden. Das Projekt wurde über die Jahre mehrmals redimensioniert und neu geplant. Die betroffenen Gemeinden Hitzkirch und Römerswil haben sich nun überraschend für eine Überarbeitung des Projektes entschieden.

Zwischen den Orten Retschwil und Tempikon wird der Seerundweg nun nicht gebaut. Stattdessen bleibt der ursprüngliche Trampelpfad bestehen. Der Gemeinderat Hitzkirch hat sich nach Widerstand der Grundeigentümer auf dem betroffenen Abschnitt von der geplanten Idee zurückgezogen. Aufgrund von kantonalen Forderungen will nun auch der Gemeinderat Römerswil den verbliebenen ufernahen Abschnitt von Retschwil nach Tempikon nicht realisieren.

Unterstützerverein will sich auflösen

Für den Verein «Rundweg Baldeggersee» ist die Sache frustrierend. Er wurde im Dezember 2014 auf Wunsch des Gemeindeverbands Idee Seetal und den Seeanstösser Gemeinden eigens für das Projekt gegründet. Er sollte die Realisierung eines durchgehenden, ufernahen Rundweges um den Baldeggersee bezwecken. Weil der betroffene Abschnitt zwischen Retschwil und Tempikon nun nicht realisiert wird, beantragt der Verein «Rundweg Baldeggersee» an der nächsten Generalversammlung seine Auflösung.

Urs Schryber, Gemeindepräsident von Römerswil, sagt gegenüber PilatusToday und Tele 1: «Auf den Neubau des Wegabschnittes entlang des Ufergehölzes wird verzichtet. Der bestehende Naturpfad wird beibehalten.»

Um den Uferweg im betroffenen Gebiet bauen zu können, hätten die betroffenen Landwirte der Gemeinde das Fuss- und Fahrwegrecht einräumen müssen. Das Fuss- und Fahrwegrecht ist das Recht, über ein Grundstück zur Nachbarliegenschaft zu fahren und zu gehen. Die betroffenen Landwirte haben sich aber dagegen gewehrt. «Der Kanton wusste noch nicht, an welchen Orten das Fuss- und Fahrwegrecht eingeräumt werden müsste. Deshalb haben wir uns nun entschieden, beim besagten Abschnitt den Trampelpfad zu belassen.» Der restliche Uferweg soll wie geplant realisiert werden.

Für Unterstützerverein ist Projektänderung aus finanzieller Sicht unverständlich

Der Verein «Rundweg Baldeggersee» teilt mit, dass das überarbeitete Projekt für ihn auch aus finanzieller Sicht keinen Sinn ergibt. So wurden für die Planung bereits 82'000 Franken von Idee Seetal und dem Kanton ausgegeben. Am meisten ins Gewicht fielen dabei Kosten für die Erarbeitung von Baugesuchen, Plänen und Umweltberichten. Für den Verein, welcher sich vertraglich verpflichtet hat, 80 Prozent der Kosten für den Bau des Weges zu übernehmen, bleibt nur die grosse Enttäuschung. Lagen ihm doch – ohne bereits aktiv Fundraising betrieben zu haben – gültig bis Ende 2023, schriftliche Zusicherungen von 350'000 Franken vor.

Der «Wanderweg» bleibt, wie er ist. Den See kann man nach wie vor umrunden, zum Teil auf befestigten Wanderwegen und Strassen, zum Teil auf einem gemähten Trampelpfad.

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veröffentlicht: 27. Januar 2024 08:57
aktualisiert: 27. Januar 2024 08:57
Quelle: PilatusToday

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redaktion@pilatustoday.ch