Strom

Hochspannungsleitungen sollen in Gotthardröhre verbaut werden

21. September 2022, 22:31 Uhr
Die fast 100-jährigen Hochspannungsleitungen auf dem Gotthardpass haben bald ausgedient und sollen verschwinden. Statt die Neuen wieder an derselben Stelle zu errichten, will der zuständige Stromnetzbetreiber eine unterirdische Lösung.

Die Aussicht auf dem Gotthard ist atemberaubend, die Stromleitungen sind es weniger. Sie sind schon alt und müssen saniert werden. Deshalb sollen sie direkt in den Boden verbaut werden, und zwar unter die zweite Gotthardröhre von Airolo bis Göschenen. «Wir haben so die Möglichkeit, Freileitungen zu verlegen und zu verkabeln», sagt Robert Widmer, Projektleiter Freileitungen Swissgrid. Die zwei Projekte kombiniert – die zweite Gotthardröhre sowie die Verlegung der Stromleitung unter den Boden – sei ein Leuchtturmprojekt.

Teurer und anspruchsvoller

Dafür rechnet Swissgrid mit Projektkosten von über 100 Millionen Franken. Die Tieferlegung der Stromleitungen sei zwar teurer und betrieblich anspruchsvoller, aber: «Es ist ein Gebot der Stunde, dass man dies nun macht.»

SBB verlegt Stromleitung nicht unter den Boden

Vor knapp 100 Jahren sind die Stromleitungen auf dem Pass gebaut worden. Es sind einerseits Leitungen des Stromnetzbetreibers Swissgrid, andererseits der SBB. Diejenigen der SBB werden denn auch nicht verbaut, sondern bleiben auf dem Gotthardpass bestehen. «Eine Verlegung in den künftigen Autotunnel steht wegen spezifischer technischer Eigenheiten des SBB-Stroms nicht zur Disposition», heisst es auf Anfrage von PilatusToday und Tele 1 bei der SBB.

Die zweite Gotthardröhre sowie die unterirdische Stromleitung der Swissgrid soll in sieben Jahren fertig sein. Noch ist aber das Baugesuch nicht eingereicht worden.

(red.)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 22. September 2022 08:24
aktualisiert: 22. September 2022 08:24
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