Tierische Einsätze

Wie wichtig sind die Zentralschweizer Polizeihunde?

Marina Lampert, 27. November 2022, 19:03 Uhr
Polizeihunde werden zur Suche von verdächtigen Personen, Deliktsgut und Tatwerkzeugen sowie zum Schutz der Einsatzkräfte eingesetzt. Warum die Vierbeiner so wichtig für die Polizeiarbeit sind und wie oft sie in den vergangenen Jahren ausrücken mussten, erfährst du hier.
Polizeihunde werden als Schutz- oder Spürhunde ausgebildet.
© Luzerner Polizei
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In der Nacht auf den vergangenen Sonntag hatte Polizeihund «Tyson» einen erfolgreichen Einsatz. Wie die Kantonspolizei Obwalden auf Facebook schreibt, stellte der Vierbeiner einen 16-jährigen Töffdieb. Dieser versuchte beim Erblicken der Polizeikontrolle zu flüchten. «Tyson» konnte jedoch die Fährte aufnehmen und spürte den Dieb in einem steilabfallenden Waldstück im Dickicht auf.

Einsatz der Polizeihunde

«Tyson» ist einer von insgesamt 50 Polizeihunden in der Zentralschweiz. Die Vierbeiner stehen rund um die Uhr im Einsatz und unterstützen die Sicherheits-, Verkehrs- und die Kriminalpolizei. «Aufgrund ihrer feinen Spürnasen sind Hunde ein sehr wichtiger Bestandteil für unsere tägliche Polizeiarbeit», erklärt Frank Kleiner, Kommunikationsverantwortlicher der Zuger Polizei.

Wenn die Zeit beispielsweise bei einer Fahndung drängt, können die Polizeihunde mit ihren feinen Spürnasen rasch die Fährte zur gesuchten Person oder zum gesuchten Gegenstand aufnehmen. So wie dies jüngst im Kanton Obwalden beim gestohlenen Töff der Fall war.

Als Welpe beginnt die Vorbereitung

Die Ausbildung der Diensthunde beginnt bereits im Welpenalter. So können sich die Hunde schon im jungen Alter an ihr Umfeld, Dienstkollegen und andere Diensthunde gewöhnen. Nach etwa eineinhalb Jahren absolvieren die Vierbeiner den ersten richtigen Test: die Junghundprüfung. Sobald sie dann auch die Schlussprüfung erfolgreich absolviert haben, sind sie bereit für den Einsatz. Die gesamte Ausbildung zum Polizeihund dauert rund drei Jahre.

Polizeihunde wie «Hailey» von der Zuger Polizei müssen jedes Jahr verschiedene Einsatztests mit realistischen Szenarien bestehen und werden dabei entsprechend bewertet.

© Facebook Kantonspolizei Zug

«Die Ausbildung ist sowohl für den Hund als auch für seine Hundeführerin und sein Hundeführer sehr anspruchsvoll und braucht viel Zeit und Geduld», sagt Frank Kleiner von der Zuger Polizei. So müssen die Hundeführer etwa dazu bereit sein, einen Grossteil der täglichen Ausbildung in der Freizeit zu absolvieren. Nebst der fachlichen Ausprägung muss auch die Harmonie zwischen Vierbeiner und Einsatzkraft stimmen, sodass die verbale und nonverbale Kommunikation einwandfrei funktioniert.

Gleichzeitig auch Familienhunde

Ausserhalb der Dienst- oder Einsatzzeiten wird bewusst die Sozialisierung der Hunde gefördert. Die Vierbeiner leben bei den Polizistinnen und Polizisten zu Hause und werden gleichzeitig auch als Familienhunde gehalten.

Laut Kleiner besteht meist ein enorm solides Vertrauensverhältnis, welches mit einer menschlichen Freundschaft vergleichbar ist. «Durch das gegenseitige Vertrauen bildet sich ein Team und eine Schicksalsgemeinschaft, die sich auch in schwierigen Situationen aufeinander verlassen kann.»

Wann werden die Hunde pensioniert?

Meistens werden die Polizeihunde im Alter zwischen 9 und 12 Jahren ausser Dienst gestellt. Dies sei aber abhängig von der Art des Einsätze und der Rasse, erklärt Marco Keller, der bei den Kantonspolizeien Nidwalden, Obwalden und Uri für das Diensthundewesen verantwortlich ist.

«Der häufigste Grund für das Ausscheiden sind Altersbeschwerden der Hunde, da die Belastung den Hunden nicht mehr zugemutet werden kann.» Dies sei vor allem bei Schutzhunden der Fall. Spürhunde hingegen können bis kurz vor dem Ableben im Einsatz bleiben, da keine körperliche Anstrengung nötig sei.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 27. November 2022 06:22
aktualisiert: 27. November 2022 19:03