Zentralschweizer Volksbühnen

«Wir spielen weiter»

Chantal Herger, 16. September 2020, 15:50 Uhr
Die meisten Volkstheaterbühnen bleiben dieses Jahr leer, im Stanser Theater wird jedoch gespielt.
© Theatergesellschaft Stans
Auf den meisten Zentralschweizer Laienbühnen wird heuer nicht geprobt. Die Corona-Pandemie hat die Theatervereine in ihren Saisonvorbereitungen jäh gestoppt. Doch der Tenor ist klar: Sie wollen wieder spielen.

«Es ist eine doofe Situation», sagt Steve Volkart, Präsident des Regionalverbands Zentralschweizer Volkstheater auf Anfrage von PilatusToday und Tele 1. Die meisten Laientheater haben ihre Saison abgesagt oder werden bald über die Durchführung entscheiden.

Die Situation für die Vereine ist schwierig. Zwar arbeiten viele Helferinnen und Helfer ehrenamtlich, die Spielenden auf der Bühne erhalten keine Gage und auch die Regiearbeit werde selten mit einem hohen Honorar entgeltet und doch: Sobald die Marketingmaschinerie in Betrieb genommen wird, fallen Kosten an, beispielsweise für Flyer und Plakate.

Aufwand für Theatervereine ist gross

Trotzdem nehmen vereinzelt Theatervereine den Aufwand auf sich, wie beispielsweise die Theatergesellschaft Stans. Sie wollen die Saison 2021 mit den erforderlichen Schutzmassnahmen durchführen und so einen Beitrag zum kulturellen Leben in Nidwalden leisten.

Einen anderen Weg geht die Märli-Biini Stans, die während ihrer Theatersaison ein alternatives Programm auf die Beine gestellt hat und Filme älterer Produktionen zeigt.

Der Brauichessu feierte mitten im Corona-Jahr Premiere 

Auch in Luzern wird trotz Corona gespielt. Ende August hat das Theater Brauichessu Hochdorf ihre Premiere gefeiert und bot sogar eine Zusatzaufführung an. Dies, weil die Kapazität auf knapp 50 Plätze reduziert wurde und so jede Vorstellung ausverkauft war. Auch wenn die Theatergruppe immer vor vollen Rängen gespielt hat, wird dies finanziell wohl kaum aufgehen, meint Volkart.

«Wir wollen weitermachen, wir wollen Theater spielen», betont Volkart. Viele Theäterler vermissen das Proben, das Zusammensein und den sozialen Kontakt. «Die Familie Volkstheater leidet», so Volkart weiter.

Mit den Schutzmassnahmen und der Reduktion der Gastronomie geht auch das Zwischenmenschliche verloren. «Auch wenn es schon rosigere Zeiten gegeben hat, das Volkstheater stirbt nicht.» Davon ist der Präsident überzeugt. Doch werden einzelne Vereine aufgrund der abgesagten Theatersaison wohl finanziell in Schieflage geraten. Ob diese die finanzielle Last auch in kommenden Saisons stemmen können, ist somit fraglich.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 16. September 2020 14:57
aktualisiert: 16. September 2020 15:50