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Zuger Masken-Millionäre

40'000 Fake-Masken an Kanton Glarus verkauft

11. März 2021, 07:24 Uhr
Weil Schutzmasken im letzten Frühling extrem schwer zu haben waren, waren die Glarner Behörden bereit, viel Geld in die Hand zu nehmen. Die Firma «Emix» zweier Jungunternehmer versprach Hilfe. Jetzt zeigt sich: Die teuren Masken waren ihr Geld nicht wert.
Teuer aber nutzlos – die 40'000 eingekauften FFP2-Masken waren reif für den Abfall.
© Keystone/dpa/Nicolas Armer

Das Kantonsspital Glarus habe 7.90 Franken, der Kanton Glarus sogar 9.90 Franken Pro Maske gezahlt. Dies bei einer Bestellmenge von 40'000 Stück, berichtet die "Rundschau" am Mittwoch. Liefern konnte die Masken die Firma Emix.

Die Zürcher Import-Firma, die mittlerweile in Zug angesiedelt ist, kam im Zusammenhang grosser Masken-Deals mit verschiedenen Behörden zu unfreiwilliger Bekanntheit. Mit angeblichen Wucherpreisen, falsch zertifizierten Masken und Ferrari-Käufen gerieten die beiden Emix-Gründer immer wieder in die Schlagzeilen.

Kanton Plant rechtliche Schritte

Und auch die Emix-Masken, die an den Kanton Glarus verkauft wurden, sollen gefälscht sein. Die angegebene Herstellerfirma bestreitet, die FFP2-Masken produziert zu haben. Eine Prüfung beim grossen deutschen Masken-Produzenten «Univent» habe ergeben, dass die Masken nicht einmal fünf Prozent der Kleinstpartikel filtern, berichtet die «Rundschau». Zum Vergleich: FFP2-Masken müssen eine Filterleistung von mindestens 95 Prozent ausweisen.

Der Kanton Glarus plant deswegen rechtliche Schritte. «Wir haben die Masken abgegeben an die Leute, die an vorderster Front gegen das Virus kämpfen, in der Erwartung natürlich, dass da keine Übertragung des Virus stattfindet. Wir werden mit unseren Juristen und auch mit unseren Staatsanwälten in den nächsten Tagen das Gespräch suchen und schauen, was wir für Möglichkeiten haben, ob wir rechtliche Schritte in die Wege leiten müssen oder das von den Strafverfolgungsbehörden von sich aus weiterverfolgt wird», so Regierungsrat Rolf Widmer.

Die Neu-Zuger Jungunternehmer schreiben in einer Stellungnahme, dass man für die Fake-Masken den vollen Kaufpreis rückerstatten werde. Es sei ein «unerträglicher Gedanke», dass die Masken das Gesundheitspersonal nicht effektiv vor Ansteckungen schützen könnten. Man habe diese bei einem Schweizer Importeur gekauft und sei davon ausgegangen, dass es sich um echte, zertifizierte Masken gehandelt habe.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 11. März 2021 07:22
aktualisiert: 11. März 2021 07:24