Kantonsparlament

Auch in Zug sollen Erwachsene von Bildungsgutscheinen profitieren

10. November 2022, 17:43 Uhr
Um die Grundkompetenzen bei Erwachsenen zu fördern, hat der Kanton Luzern vor über zwei Jahren Bildungsgutscheine eingeführt. Nun tut es ihm der Kanton Zug gleich: Das Parlament erklärte am Donnerstag ein entsprechendes Postulat als erheblich.
Im Kanton Luzern können sich an Grundkompetenzen interessierte Erwachsene bereits im Berufsinformationszentrum kostenlos beraten lassen. (Symbolbild)
© Keystone/AP/FABIAN BIMMER
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Die Postulantinnen und Postulanten regten an, dass der Kanton Zug Bildungsgutscheine für Erwachsene ebenfalls einführen soll. Damit könnten die Grundkompetenzen bei Erwachsenen gefördert werden – mit dem Ziel, deren Arbeitsmarktfähigkeit zu stärken.

Die Regierung sprach sich für die Erheblichkeitserklärung des Postulats aus, das Parlament folgte ihr mit 40 zu 31 Stimmen. Diese Gutscheine seien eine «wirkungsvolle Massnahme», sagte Volkswirtschaftsdirektorin Silvia Thalmann-Gut (Mitte).

Niederschwelligen Zugang garantieren

Bildungsgutscheine stellten dank ihres niederschwelligen Zugangs einen wirkungsvollen Anreiz dar, dass eher bildungsferne Personen unkompliziert an Weiterbildungskursen teilnehmen, unterstrich auch Postulantin Tabea Zimmermann (ALG).

Mit der Erheblichkeitserklärung des Postulates böte der Kanton Zug mit den Bildungsgutscheinen eine wirksame Massnahme für den Erwerb und den Erhalt von Grundkompetenzen, welche direkt einen Einfluss auf die Arbeitsmarktfähigkeit habe, sagte Jean Luc Mösch (Mitte), ebenfalls Postulant.

Gegen «Kurs-Industrie»

Esther Monney (SVP) hätte sich im Bericht der Regierung mehr Details gewünscht. Ihre Fraktion war gegen die Gutscheine. Auch um zu verhindern, dass sich durch dieses Massnahme eine «Kurs-Industrie» bilde, die von der öffentlichen Hand finanziert werde, wie Monney sagte.

Die SVP-Fraktion störte sich auch daran, dass die Bildungsgutscheine die Grundkompetenzen fördern und die Arbeitsmarktfähigkeit steigern soll. Dieses «und» öffne Tür und Tor für weitere Kurse, die eben nicht zu den Grundkompetenzen gehörten, sagte Monney.

Jeder Franken, der in die Bildung investiert werde, sei eine gute Investition, sagte Rolf Brandenberger (FDP) im Namen seiner Fraktion. Die Mehrheit der FDP-Fraktion unterstütze die Haltung der Regierung. Ihn persönlich überzeugten diese Bildungsgutscheine aber nicht. Er bezeichnete den Vorstoss als «Giesskannen-Postulat».

Quelle: sda
veröffentlicht: 10. November 2022 17:43
aktualisiert: 10. November 2022 17:43