Anzeige
«Laissez faire» an Meister-Feier

Jolanda Spiess-Hegglin kritisiert die Zuger Polizei

9. Mai 2021, 15:17 Uhr
Die Geschäftsführerin des Vereins «Netzcourage» wirft der Zuger Polizei vor, mit ungleichen Ellen zu messen.
© Martin Toengi / BLZ
5'000 Fans feierten am Wochenende den Titelgewinn des EVZ, und mittendrin die Zuger Polizei. Weil sie die spontane Grossparty gewähren liess, wird sie von der ehemaligen Zuger Kantonsparlamentarierin kritisiert. Spiess-Hegglin liefert dabei einige Negativbeispiele gratis dazu.

Ein kurzes Ausweichen auf die Strasse beim Frauenstreik: 650 Franken. Mit dem Velo demonstrieren und klingeln: Strafuntersuchung. Jemanden «Bernd das Brot» nennen: Vorladung.

Die ehemalige Zuger Kantonsparlamentarierin stört sich daran, dass die Zuger Polizei nicht einmal den Versuch unternommen habe, den spontanen Grossanlass aufzulösen (PilatusToday berichtete), während diese bei Demonstrationen wie dem Frauenstreik oder Velodemo Bussen und Strafanzeigen verteilte. «Stattdessen wird sogar ein Bild dieses illegalen Anlasses auf Twitter gestellt», so Spiess-Hegglin gegenüber PilatusToday. Das Vorgehen der Polizei zeige, dass nicht für alle die gleichen Regeln gelten.

Die Zuger Polizei hat sich hinter das passive Vorgehen während der Meisterfeier gestellt. «Wir haben mit den Menschen den Dialog gesucht, sofern dies bei dieser grossen Personenzahl möglich war», so Mediensprecher Frank Kleiner am Samstag gegenüber PilatusToday und Tele 1. Eine grosse Anzahl Feiernder habe sich an die Maskenpflicht gehalten. Wegweisungen gab es nicht. Jedoch handelte es sich bei der Meisterfeier nicht um eine Demonstration. Masken und Abstand hin oder her: Die Meister-Sause hätte also ohnehin nicht stattfinden dürfen, da für Feste draussen eine Personenbegrenzung von 15 Personen gilt.

Zuger Polizei: 

Die Zuger Polizei äussert sich auf Anfrage nicht zu den Vorwürfen im Tweet von Jolanda Spiess-Hegglin. 

(tma)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 9. Mai 2021 15:15
aktualisiert: 9. Mai 2021 15:17