Zentralschweiz

Staatsanwaltschaften ermitteln in 63 Fällen wegen Coronakredit-Betrug

7. August 2020, 14:42 Uhr
Die Zentralschweizer Staatsanwaltschaften ermitteln derzeit in 63 möglichen Betrugsfällen bei Corona-Krediten. Ganz vorne mit dabei ist der Kanton Luzern.
In der Zentralschweiz kam es zu insgesamt 63 Betrugsfällen mit Corona-Krediten.
© KEYSTONE/APA/APA/BARBARA GINDL
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Als die Coronakrise kam, musste es schnell gehen: Der Bund gewährte Unternehmen zinslose Darlehen bis zu 500'000 Franken. Die Überprüfung der Anträge erfolgte unbürokratisch. Davon haben verschiedenste Firmen Gebrauch gemacht. Nur: Nicht jeder hat das Geld auch tatsächlich benötigt.

Die Zentralschweizer Staatsanwaltschaften ermitteln in 63 Fällen wegen Betrug bei den Corona-Krediten, schreibt die Luzerner Zeitung:

  • Luzern: 33 Verfahren
  • Zug: 20 Verfahren
  • Schwyz: 7 Verfahren
  • Obwalden: 1 Verfahren
  • Nidwalden: 1 Verfahren
  • Uri: 1 Verfahren.

Wie die Luzerner Staatsanwaltschaft gegenüber der Luzerner Zeitung sagt, handelt es sich in Luzern um unterschiedliche Kreditsummen von bis zu 500'000 Franken pro Fall. Insgesamt wurden im Kanton Luzern über 5'000 Kredite im Wert von rund 700 Millionen Franken gesprochen. Die Zahl der Verfahren hat sich jüngst verdreifacht.

In Zug ermitteln die Strafverfolgungsbehörden gegen 22 Personen, die im Verdacht stehen, dank falschen Angaben solche Corona-Kredite erhalten zu haben, schreibt die Zuger Polizei. Insgesamt gehe es dabei um fast 4 Millionen Franken.

Zahlreiche Dokumente sichergestellt

Bei 11 Hausdurchsuchungen an zahlreichen Standorten in mehreren Kantonen wurden umfangreiche Dokumente und Datenträger sichergestellt. In einigen Fällen sei es gelungen, Bankkonten mit namhaften Geldbeträgen zu sperren. Oftmals wurden die gewährten Kredite jedoch umgehend auf ein ausländisches Bankkonto transferiert.

Die Polizei ermittelt derzeit gegen 19 Männer und 3 Frauen in Zug. Die Beschuldigten werden verdächtigt, bei verschiedenen Banken mit unwahren Angaben Corona-Kredite erschlichen zu haben. Auch sei das Geld nicht für Zwecke verwendet worden, die den Verordnungen entsprachen. Im Vordergrund stünden die Vorwürfe Betrug, Urkundenfälschung sowie Geldwäscherei, wie die Zuger Polizei mitteilt.

(mao)

Quelle: Zuger Staatsanwaltschaft
veröffentlicht: 7. August 2020 13:52
aktualisiert: 7. August 2020 14:42